Svaneke

img_20160821_145634Ihr seht jetzt hier das Vorschaubild und denkt euch: ‘das ist ein Kleid, schon wieder ein Kleid, hat sie nicht gesagt, dass sie genug Kleider hat?!’ Aber da lache ich nur drüber, the joke is on you, das ist gar kein Kleid! Das ist ne Bluse und ein Rock und sieht einem Kleid zum Verwechseln ähnlich, hahahaha. Den Schnitt, Svaneke, habe ich mir bei HowToDoFashion ausgesucht, als mir Nanna das angeboten hat. Vielleicht erinnert ihr euch, sie hat mir dann drei Schnitte geschickt und ich habe als erstes Dragør genäht. Und jetzt Svaneke. Weil ich brauchte ne Bluse und so ein Rock schadet ja auch nicht. Ich habe wirklich nicht viel für den Sommer (und insgesamt habe ich auch einfach NICHTS zum Anziehen!). Überhaupt ist meine Sommergarderobe noch nicht ganz Karlsruhe-optimiert. In Essen habe ich keine richtigen Sommerkleider getragen. Nur im Urlaub. Meine Kleider hatten immer Ärmel oder waren gefüttert oder aus dickerem Stoff. Und hier brauche ich ungefütterte leichte Sachen um durch den Sommer zu kommen! So weit zur mittlerweile zur Routine gewordenen Rechtfertigung! ;)

img_20160821_145438

Der Stoff ist ein Baumwollbatist aus Moers, den ich für 4 €/m bekommen habe. Ich habe nur 2 Meter gekauft, da der Stoff aber ganz komisch zusammengenäht war habe ich eine Rest von circa 0,5 Meter mit dazu bekommen! Ich denke es verhält ich so, dass es in Moers einfach soo viel kälter ist als hier, dass die Leute keinen Baumwollbatist brauchen!  Stofftourismus nenne ich das!

img_20160821_145432 img_20160821_145503

Der Stoff hat große und kleine weiße Punkte, was dann ein bisschen beim Zuschneiden genervt hat, da der Stoff ja irgendwie eine Richtung hat. Ich habe versucht darauf etwas Rücksicht zu nehmen, aber mehr nicht. Ob der Stoff wirklich 100 % Baumwolle ist wie angegeben weiß ich hier echt nicht. Ich habe den heiß gebügelt und dann so glänzende Stellen bekommen. Das ist mir bei Baumwolle sonst noch nicht passiert, weil Baumwolle schmilzt ja nicht, die brennt! Ich weiß das!

img_20160821_145522 img_20160821_145651

Angefangen habe ich mit der Bluse. Es gibt 2 Blusenvariationen im Schnitt und ich habe mich für die erste entschieden. Die sieht ganz einfach aus, ist sie auch, aber ein paar Dinge sind doch besonders :) Zum Beispiel die Abnäher, die bleiben offen. Man näht als den Abnäher aber statt bis zur Spitze zu nähen stoppt man eher und näht ein Rechteck, also mehr ne zugenähte Falte. In der Anleitung, die bei dem Schnitt nicht dabei ist, sondern offen zugänglich im Internet einzusehen ist kann man das ganz gut sehen.

img_20160821_150525 img_20160821_145827

Die Anleitung war auch hier eher spärlich und war für mich nur ein Leitfaden. Bevor man das Geld also in die Hand nimmt und die eher teure Anleitung kauft lohnt es sich sich die Anleitung mal anzusehen und zu entscheiden, ob sie ausreicht.

img_20160821_145947 img_20160821_145927

Der Schnitt allerdings ist gut und hebt sich auch von der Masse ab finde ich. Denn die Schnittmuster auf dem Markt werden mehr und sie sehen sich alle immer erschreckender ähnlich. Zumindest nehme ich das so wahr (ihr wisst schon: früher war alles besser und die Kinder, die waren auch mal dünner!). Nannas Schnitte sind vintage ohne hipster. Finde ich. Außerdem gefällt mir, dass bei jedem Schnitt immer mehrere richtige Variationen enthalten sind, also Variationen, die sich wirklich voneinander unterscheiden.

img_20160821_145905

Bevor ich mit der Bluse gestartet habe habe ich ein Probeteil genäht und bevor ich damit gestartet habe habe ich den Schnitt in Größe 36 abgepaust (den der Schnittmusterbogen ist beidseitig bedruckt) und verlängert. Um die bei mir üblichen Maße. 4 cm an der Taille und nochmal 4 cm am Saum. Da hätte ich ruhig noch um 2 cm mehr verlängern können, die Bluse ist doch etwas kurz. Ansonsten passt sie aber, was für die Maßtabelle spricht finde ich :)

img_20160821_150514 img_20160821_150719

Die Bluse ist komplett mit französischen Nähten genäht! Sogar die Ärmellochnähte habe ich französisch gemacht. So richtig gut bin ich darin immernoch nicht, vor allem wenn Nähte genau aufeinandertreffen sollen bekomme ich das nicht immer hin, aber ich bin auf einem guten Weg. Und bis ich am Ziel bin ist es mir egal, ob sich die Nähte treffen ;)

img_20160821_150650 img_20160821_150612

Um so viel Länge wie möglich herauszuholen ist der Saum maschinenrolliert ;) also ein maschinengenähter Rollsaum, das geht erstaunlich gut! :)

img_20160821_150621 img_20160821_150531

Und ansonsten gibt es da nicht viel zu sagen. Die Bluse war recht einfach zu nähen, ich habe nichts neues gelernt, die Techniken sind jetzt nicht besonders. dafür gefällt mir das Schößchen (tolles Wort!) und wie die Abnäher aussehen. Die Knöpfe sind aus meinem Vorrat. Der Schwirigkeitsgrad der Bluse ist recht hoch angesetzt (3 von 4 Gummipunkte), ich denke wäre die Anleitung besser könnte der Schwierigkeitsgrad ruhig geringer sein. An sich ist da nichts schwierig zu nähen und man muss echt kein Profi sein. Der Kragen hat keinen Steg, die Ärmel keine Manschetten.

img_20160821_150207

Bei dem Rock kann man schon fast drüber lachen wie einfach der ist, hahaha ;) Auch dazu gibt es eine extra Anleitung im Netz. Das ist ein Bahnen-Rock und jede Bahn hat eine leichte A-Form. Man kann natürlich unterschiedlich viele Bahnen aneinandersetzen, die Standardversion hat 4 Bahnen. Und weil ich keine Bahnen wollte habe ich für das Vorderteil 2 Bahnen im Stoffbruch zugeschnitten, für das Hinterteil habe ich 2 Bahnen zugeschnitten, da ich den Reißverschluss in die hintere Mitte setzen wollte. Das habe ich gemacht, weil ich Nahttaschen haben wollte, ansonsten hätte ich mir auch die hintere Naht sparen können. Die Nahttaschen sind nicht im Schnitt vorgesehen, die Schnittteile habe ich von einem anderen Schnittmuster entwendet (ein Pattern Hack sozusagen ;)).

img_20160821_150153 img_20160821_150141

Ich hatte auch drüber nachgedacht den Rock aus insgesamt 6 Bahnen zu nähen und Falten zu legen, wie hier beschrieben, aber ich hatte keine Lust mein Stoffmuster korrekt auszuschneiden und anzupassen, also habe ich gerafft, wie offiziell vorgesehen. Die Nähte in dem Rock sind auch alle französisch, auch die unterm dem Reißverschluss. Angela hat mich auf ein Tutorial von Carolyn aufmerksam gemacht in dem sie genau das erklärt. Ich habe die Schritte befolgt und alles hat super geklappt! Wenn ich Nahttaschen einnähe und französische Nähte will, gucke ich mir dazu immer dieses Tutorial von SewMamaSew an.

img_20160821_150829 img_20160821_150905

Den Saum von dem Rock habe ich mit der Maschine genäht. Ich nähe einfach nicht gerne von Hand, ich stricke lieber. Und weil dann der Punkt eh schon überwunden war habe ich direkt auch noch den Bund von innen fixiert indem ich von außen im Nahtschatten (in the ditch) der Naht zwischen Bund und Rock genäht habe, ja, ich war ziiiemlich draufgängerisch drauf ;) Der Bund des Rockes ist übrigens gerade, das sitzt bei mir nicht so toll. Das weiß ich natürlich vorher, ich bin nur immer zu faul, das durch einen Formbund zu ersetzen ;) Man muss ja auch noch Ziele haben im Leben, so gibt es immerhin Verbesserungspotential ;)

img_20160821_145603 img_20160821_145611

Das ist sowieso so, dass wenn ich das erste Mal einen Schnitt nähe das Kleidungsstück nicht auf Anhieb super wird. Oft braucht das schon noch einen Versuch. Dann weiß ich welcher Stoff gut passt und wo noch was beim Bewegen unbequem ist und ob mir der Stil überhaupt so gefällt. Andererseits ist es echt nett auch mal was Neues zu nähen, so vom Nähspaß her ;) Und im Kleiderschrank ist es auch viel lustiger, wenn man unterschiedliche Schnitte hat. Und wenn ich da gerade so drüber nachdenke denke ich ich könnte ja auch mal ne andere Silhouette ausprobieren, wäre bestimmt auch lustig! :) Brauch ich wohl doch noch ein Kleid!

img_20160821_145634

Damit reihe ich mich ein beim diesmonatigen Letter of Handmade Fashion ‘S’.

Macht’s gut!

Katharina

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


23 Gedanken zu „Svaneke

  1. Ruth Brier

    Hi Katharina,

    die beiden Sachen sind echt toll geworden.
    Und vielen Dank für die Mühe und Arbeit, die du in
    deinen Blog steckst. Ich schaue immer mal wieder vorbei.
    Ich sollte auch mal in das Stoffgeschäft in Moers. :)
    Wohne selber in Essen und das ist ja echt nicht weit.

    Schöne Grüße

    Ruth

    Antworten
    1. Katharina Artikelautor

      Hallo Ruth! :) Cool, Essen :) Da habe ich auch immer ganz gerne Stoffe gekauft, am liebsten bei ‘Stoffe am Kopstadtplatz. Da habe ich mal nen Jersey für 6€/m gekauft und ein bisschen später habe ich exakt denselben Stoff für 21 €/m hier in Karlsruhe gesehen. Echt krass! Im ZicnZac war ich auch ein paar mal, aber das hat mir nicht gefallen, und der andere Laden da am Kopstadtplatz fand ich auch nicht so gut. Die haben auch ne Filiale hierin Stuttgart und sind da genauso unfreundlich wie in Essen :D
      Der Laden in Moers den ich meine ist Stoffe Zanders, das lohnt sich echt immer finde ich, die haben auch wonaders Filialen, unter anderem in Duisburg, ich weiß aber nicht, ob die dann auch gut sind!

      Antworten
  2. fadenwechsel

    Diese Bluse ist da super! *heavily breathing* Bei dem Schnitthersteller muss uch mich mal umschauen, den kannte ich vorher noch gar nicht…
    LG Maria (kann man denn jemals zu viele Kleider haben?! :D)

    Antworten
  3. sandra

    Öhm – ich hatte es jetzt gar nicht so verstanden, dass Du mit dem Kleidernähen aufhören wolltest??
    Bloß nicht ;)! Wo bekomm ich sonst meine Anregungen her???
    Diese Kombination ist aber eine tolle Alternative, so vielseitig!
    In der Tat bin ich hier “oben” in der Nähe von Moers diesen Sommer wenig in Verführung geführt worden, nach Batist Ausschau zu halten …
    Liebe Grüße,
    Sandra

    Antworten
  4. Susanne

    So ein aufeinander abgestimmter Zweiteiler ist praktisch; trägt man die Teile zusammen, ist man perfekt gestylt und mit anderen Stücken kombiniert, ergeben sich viele Stylingvarianten, je nach Lust, Laune und Wetter.
    Sehrsehr hübsch, dein Set.
    LG von Susanne

    Antworten
  5. Christiane

    Hehe, du bist cool mit deinem geschummelten Kleid :-) Mag ich sehr, jeweils einzeln und als Kombi.
    Und näh bitte weiter Kleider! Die sind einfach so, so toll! Und zu viele Kleider unmöglich :)
    Liebe Grüße
    Christiane

    Antworten
  6. Kathrin

    Dieses “Kleid” sieht wirklich ganz wunderbar aus!
    Ich bewundere schon lange von weitem deinen Blog. Jetzt habe ich endlich selbst einen und kann kommentieren.

    Antworten
  7. Punktemarie

    Hallo liebe Katharina,

    die Kombi ist klasse und im Grunde viel besser als ein neues Kleid :-) Es sieht so aus, ist aber echt super variabel:-) Besonders toll finde die Bluse :-) Der Schnitt und die Details… super. Davon brauchst Du unbedingt noch nehr, die sieht auch richtig gut zu Deiner Jeans aus :-) Bin gespannt, wann Du die nächsten Exemplare zeigst :-)

    Liebe Grüße, Brigitte

    Antworten
  8. verschiedenArt

    Wow! Ganz schön aufwändig verarbeitet!
    Aber die Mühe hat sich gelohnt!
    Es sieht zunächst tatsächlich aus wie ein Kleid. Aber als 2Teiler ist es ja noch viel praktischer! Diese vielen Kombinationsmöglichkeiten!!!
    Sieht sowohl als Kleid wie auch in den verschiedenen Kombinationen super aus an Dir. Ist genau deine Farbe und Dein Stoff!
    Liebe Grüße
    Sandra

    Antworten
  9. Brina

    Du musst dich doch nicht für deine zahlreichen Kleider rechtfertigen. Ich bin übrigens auch darauf reingefallen das es sich um ein Kleid handelt ;). Auf dem ersten Bild sieht es wirklich so aus. Einzeln sehen die beiden Sachen auch super aus. Ich finde die beiden Sachen echt klasse. Den Saum mit der Maschine muss ich auch mal versuchen.
    Liebe Grüße
    Brina

    Antworten
  10. Pingback: WKSA 2017, Teil 1 – Twill & Heftstich

  11. Stefanie

    Komme gerade via Heftstich.net zu Dir. Das Kleid (reingefallen, Rock und Bluse) sind echt hübsch, besonders Deine Stoffauswahl gefällt mir.
    Viele Grüße, Stefaie

    Antworten