Girl look at that body – I work out!

Ich überbrücke mein Sommertief mit Fotos von Sportklamotten, die schon huuuundert Jahre alt sind! Als ich die gemacht habe, war es noch April oder so und verhältnismäßig kalt. Übrigens schön, dass jetzt alle so übers Wetter schimpfen! Hier in Süddeutschland ist es im Moment zwar nur so warm wie immer, aber die Einheimischen fangen langsam an in den Chor der ganzen anderen Deutschen einzustimmen, bei denen Nächte mit Temperaturen über 20 ° C sonst eigentlich nicht Normalität sind. Jetzt wisst ihr alle mal wovon ich rede, so ist das immer hier und alle so: ‚ach wie schön, Sommer‘! Aber hilft ja alles nichts. Außer natürlich viele viele dünne Kleider nähen und dann tragen. Ich hoffe mein Körper passt sich jetzt nicht an die Temperaturen hier an  und ich friere dann, wenn wir hier wieder wegziehen. Naja, besser frieren als so schwitzen, bei kalten Temperaturen kann man auch viel besser Strickpullis tragen. Überhaupt kann man mehr tragen, wenn es kalt ist und man kann sich bewegen. Hat eigentlich nur Vorteile. Klimaanlagen können in der Bahn zum Beispiel nicht ausfallen, oder zumindest ist das dann nicht so schlimm, dass der Zug zum drölften Mal in der Woche teilgeräumt wird. Aber ich komme wirklich vom Thema ab, ist ja doch jeden Sommer dasselbe. Okay, lasst mich noch sagen, dass ich im Moment eher weniger an der Nähmaschine sitze. Zum Einen habe ich keine Stoffe die mich so richtig reizen, dann ist das Kleiderschrank halt auch voll und dann isses halt (und schon bin ich wieder beim alten Thema) zu warm. Stricken ist auch nicht so super angenehm, geht aber eigentlich immer. Ich habe auch im Winter Schwitzefinger, das ist also nichts neues für mich, ich bin da sozusagen Experte. Und Spinnen ist gar kein Problem. Also spinne ich. Die Tour de Fleece ist gerade vorbei, ich bin im Team Chantimanou mitgefahren und habe ein bisschen Paten-Alpaka und den ersten Teil meines aus dem Schweden-Urlaub mitgebrachtem Värmlandsschaf versponnen. Spaß hat das gemacht!

Und während ich hier so auf dem Balkon sitze dachte ich das ist jetzt vielleicht mal ein guter Zeitpunkt etwas zu zeigen, was ich schon vor einiger Zeit gemacht habe nämlich: neue Sportklamotten. Bei Sportklamotten, wie auch bei zu Hause Klamotten bin ich ziemlich uneitel, wenn mich keiner sieht ist mir egal wie ich aussehe. Und selbst wenn mich einer sieht bin ich da auch nicht allzu empfindlich muss ich gestehen. Und beim Sport! Ha! Wer sieht beim Sport schon gut aus?! Ich gehe so weit und sage: wer beim Sport gut aussieht, der macht was falsch! Allein deshalb ist es quasi wichtig und zeugt auch von sportlicher Kompetenz, wenn man da aufläuft wie ein Schlunz, sonst nehmen die anderen einen auch gar nicht ernst. Deshalb habe ich also immernoch die Sportklamotten von vor 8 Jahren an. Ganz klar.

 

Aber ihr wisst ja: wenn man die Chance hat sich irgendetwas in irgendeinem Bereich selber zu nähen, dann sollte man die auch tunlichst nutzen. Und bei Karstadt gab es so unglaublich flutschigen Stoff der nach Sportleggings aussah. Ein genauerer Blick ergab: es war Leggings-Jersey. Okay. Wenn das mal kein Schicksal war! Zum größten Teil besteht dieser schicksalhafte Stoff aus Viskose, und ein bisschen Elasthan ist drin. Viskose ist jetzt eher nicht so das Material aus dem meine Nähträume gemacht sind, ist halt flutschig und fällt so wallend. Nunja! Aber der Stoff hatte ja eindeutig mich gefunden und so nahm ich jeweils 1.5 m in 2 verschiedenen Farben mit die meinem Beuteschema entsprachen.

 

Die beiden Stoffe habe ich dann versucht so miteinander zu kombinieren, dass man möglichst unabhängig von der Farbe der Unterhose dieselbige nicht sieht, in kritischen Bereichen also eher dunkler Stoff und dann habe ich versucht zu vermeiden, dass das ganze Outfit zu sehr nach Schlafanzug aussieht wenn man beides zusammen trägt. Ich würde sagen ich war mäßig erfolgreich.

Der Schnitt für die Leggings ist aus der einzigen Ottobre, die ich jemals gekauft habe nämlich 2/2017. Die hat eine schöne breite Passe und passt mir in Größe 38. Ich habe der Hose noch ein kleines Fach mit Reißverschluss in der hinteren Passe spendiert für den Schlüssel im Fitnessstudio. Weil, das habe ich wohl noch nicht erwähnt oder? Ich mache Kraftsport! Seit bestimmt 6 oder 7 Jahren.

Beim T-Shirt bin ich kein Risiko eingegangen und habe den bei mir bewährten Renfrew Schnitt genäht. Alle Nähte sind übrigens geoverlocked. Eine passende Garnfarbe hatte ich nicht, weshalb alle Nähte weiß sind. Der Stoff ist ja weiß meliert und ich dachte das passt am besten. Geht so, ist okay, leider sieht man bei so strechigen Sachen schnell mal das Garn an den Nähten. Ist aber noch Rahmen denke ich.

Der Stoff ist recht angenehm zu tragen, aber auch so dünn, dass sich alles was man drunter trägt abzeichnet. Aber das Thema hatten wir ja schon, man darf beim Sport eh nicht gut aussehen. Ich hatte kurz überlegt, die Säume der Hose einfach unversäubert zu lassen, habe dann aber doch geoverlocked, umgeschlagen und festgesteppt. Wie vorher schon befürchtet hat das ein bisschen zum channeling also zu dieser Wurst zwischen den beiden Nähten der Zwillingsnaht geführt. Bei dem Shirt wollte ich das dann einfach vermieden, indem ich überall Bündchen anbringe, an dem Ärmeln war das aber too much, so dass ich da auch Würste habe.

In das obere Ende der Hose habe ich übrigens ein schmales Gummi eingenäht. Dafür nähe ich das Gummi erst mit der Overlock auf den Bund, schlage das Gummi dann nach innen ein und steppe das dann mit einer Zwillingsnadel fest.

Wenn ich nochmal Sportklamotten nähe dann werde ich zu einem griffigeren dichteren Stoff greifen. So ein dünner Stoff ist zwar angenehm zu tragen aber anderseits fühle ich mich als hätte ich nur eine Strumpfhose an. Und mit festeren Stoffen ist das Nähen auch angenehmer und leichter. Dann könnte ich mir so eine Leggings machen mit mehrere Farben und so rund um die Beine verlaufenden Streifen. Wenn ihr in ein Fitnessstudio geht dann wisst ihr sicher was ich meine. Das ist der letzte Schrei im Moment. Und diese transparenten Einsätze in Leggings. Das haben auch alle jetzt. Was tut man nicht alles um nicht zu gut auszusehen beim Sport! Haha!

Habt einen schönen MeMadeMittwoch und geniest die Klimaanlagen die euch über den Weg laufen!

Katharina

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21 Gedanken zu „Girl look at that body – I work out!

  1. Petersilie&Co

    Einfach super Text und höchst amüsant zu lesen.

    Zu Sportklamotten kann ich gar nichts sagen, da wenn ich Sport machen sollte, dass aus dem Schrank fische was sporttauglich aussieht.

    Lg Sabine

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  2. SaSa

    Also ich finde ein Sommer ist erst ein Sommer, wenn es mindestens zwei, drei Wochen lang mal so richtig heiß ist, obwohl ich mich nur im Schatten aufhalte und nie sonnenbade. Aber träumen wir nicht die ganze restliche Zeit von lauen Sommerabenden? Auch kann man dann rechtfertigen, jeden Tag ein frisches Kleid anzuziehen. Ich bin halt ein Kind aus dem Süden. Gegen Regen in der Nacht habe ich nichts und die aktuelle Hitzewelle ist natürlich im Moment extrem.
    Haha, außerdem finde ich es auch beim Sport einfacher, etwas Schönes zu tragen, als sich in Schlabberklamotten abzumühen. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass manche Übungen mit passender Sportkleidung einfacher auszuführen sind (Dehnbarkeit!), das gilt auch z.B. beim Wandern. Deine Sportklamotten zähle ich auch dazu. Alles sitzt perfekt, RV-Tasche und Lieblingsfarben! Sie erinnern mich nicht an einen Schlafanzug. Sonst machst Du halt keine Kontrastbündchen mehr, dann ist diese Gefahr vollends gebannt.
    Liebe Grüße, SaSa

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    1. Katharina Artikelautor

      Ich kann ja nur von mir sprechen, aber ich träume nicht von lauen Sommerabenden. Wie man so einen Sommer wahrnimmt hängt aber denke ich stark davon ab was man so gewöhnt ist und ich habe mich an die Temperaturen im Sommer hier noch immer nicht gewöhnt. Bei dir ist es ja noch schlimmer.
      Wenn die schönen Sportklamotten der Motivation dienen ist da wirklich nichts gegen einzuwenden! Hehe, ist sowieso nicht, das muss ja jeder selber entscheiden! Und dass man Klamotten haben muss die der Aktivität entsprechen versteht sich von selbst! :)
      Ich habe extra die Bündchen genäht, weil ich dachte dann sieht es weniger nach Schlafanzug aus. Aber vielleicht hast du da recht! Das werde ich beim nächsten Mal dann probieren :)

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  3. Punktemarie

    Liebe Katharina,

    jetzt also auch noch Sportklamotten :-) Außer Schuhen müsstest Du jetzt eigentlich alles in selfmade besitzen, Klasse!! Wenn Du noch mehr Ideen dafür suchst, Frau Liebstes hat diverse Sportsachen designt, also auch so Sportbüstiers etc. vielleicht ist da ja was für Dich dabei. Die Idee mit der Tasche finde ich super, frage mich nur, ob sie nicht stört? Denn – man glaubt es nicht – ich mache auch Krafttraining seit gut 2 Jahren und bei manchen Geräten liegt man ja mit dem Rücken an, da tut der Schlüssel doch dann weh…. Also ich würde die Tasche glaub ich eher an die Seite machen…

    Sieh auf jeden Fall gut aus und das Beste, damit läuft sonst niemand im Studio rum, auch nicht zu verachten :-)

    Lieb Grüße und fröhliches Schwitzen
    Brigitte

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    1. Katharina Artikelautor

      Danke für die Tipps! Ich werde mal bei Frau Liebstes schauen.
      Ne, mich stört die Tasche da nicht, ich merke die gar nicht. Ich habe Hosen mit Reißverschlüssen an unterschiedlichen Stellen am Bund und ich hatte noch nie Probleme dass mich der Schlüssel oder der Reißverschluss da stört. Habe ich wirklich noch nie drauf geachtet und ist mir noch nie aufgefallen. An der Seite stört eine Tasche ja auch bei manchen Übungen und Geräten, ich denke einen idealen Ort gibt es da gar nicht.

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  4. Sandra

    Herrlich, habe wieder gelacht ;)!!
    Genau mein Motto – beim Sport muß ich nicht gut aussehen…
    Und meine Reithosen sind MINDESTENS acht Jahre alt!
    Ich genieße gerade die warmen Temperaturen – aber unser (Holz)Haus ist auch bestens gedämmt und bietet immer einen angenehmen Rückzugsort…
    Liebe Grüße!
    Sandra

    Antworten
  5. Twill & Heftstich

    Ich finde ja, gut schaust Du in Deinen Sportklamotten aus! Okay auf den Bildern sieht man auch nicht die „Würste“ durch die Zwillingsnadel, aber die Schnitte scheinen schon die richtigen für Dich zu sein. Ich habe meine Leggings fürs Yoga (Matilda von Spit Up and Stillettos = Freebook, falls Du Dir mal eine Alternative anschauen möchtest) aus Baumwolljersey mit 8% Elasthan genäht. Verarbeitet sich besser, zeichnet sich nichts ab und bollert zu meiner Überraschung auch nicht. Und ja, ich weiß genau, was Du meinst. Wenn ich es nicht gesehen hätte, hätte ich auch nicht gedacht, dass eine Leggings solch ein Potential zum Fashion Piece hat. Liebe Grüße, Manuela

    Antworten
    1. Katharina Artikelautor

      Danke für den Hinweis auf den Schnitt! Sieht von der Zeichnung aus genauso aus wie meine Leggings!
      Baumwolljersey ist ne gute Idee, das werde ich mal probieren! Ich habe im Moment eh mehere Meter lila Jersey hier, war günstig ;)
      Nicht nur die Leggings! Am besten finde ich den Look mit nur einem Sport BH dazu :D Und das Handy, das gehört auch zu dem Outfit! Erstmal n Selfie machen! Hehe

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  6. Martina

    Also ich find Deine Sportklamotten schick. Das canneling könnte man mit in Streifen geschnittenem Avalon (auswaschbares Stickvlies) das man auf die Naht legt eindämmen. Wenn man (also ich) sich dafür nicht die Zeit nimmt, hilft es schon den Saum zu overlocken und dann auf der Ovinaht zu nähen. Das Optimum wäre eine weitere Unterfadenspule, bei der man die Fadenspannung lockert. Also man könnte das ja auch bei der normalen machen, aber das Risiko die nicht wieder so gut hinzukriegen ist mir zu groß. Und wenn ich nicht die passende Ovifarbe hab, nehme ich als linken Nadelfaden meist farblich passendes Nähgarn. Das ist nämlich der Faden, den man im Falle des Falles sehen würde.
    LG
    Martina

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    1. Katharina Artikelautor

      Vielen Dank Martina!
      Geoverlocked habe ich die Kante vor dem Umbügeln und Absteppen, das mache ich immer. Der Stoff ist aber dermaßen flitschig dass das das Problem nur eingedämmt hat. Nächstes Mal versuche ich den Trick mit dem Stoffstreifen mal.

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  7. Sarah

    Wieder hat es sich gelohnt bei dir vorbei zu lesen , und zwar nicht etwa wegen dem Sport Outfit- das kann mich leider nicht inspirieren : ich bin die unsportlichste Person auf der Welt , aber einfach weil du so herrlich schreibst! ich wünsche dir aber viel Spaß beim Sport machen in deinem tollen selbstgenähten Outfit!!! Ein bisschen neid ist auch dabei… lg Sarah

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  8. Friedalene

    Vielen Dank für diesen Post! Ich habe mich ganz wunderbar amüsiert! Und ich unterschreibe sofort deine Gedanken zum Aussehen beim Sport und dem Sommerwetter;-)
    Sportsachen müssen vor allem bequem sein, finde ich. Und deine Kombi sieht auf jeden Fall so aus ( und nicht nach Schlafanzug).
    Und du kannst spinnen!! Ich bin ein bisschen neidisch, das würde ich nämlich noch sooo gerne lernen.
    Viel Spaß beim Workout, Spinnen und den Sommer genießen!
    LG Friedalene

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    1. Katharina Artikelautor

      Vielen liebe Dank für die nette Rückmeldung, freut mich dass dir der Post gefallen hat :)
      Wenn du Spinnen lernen willst dann nichts wie ran! Da braucht man nicht viel für und das ist hab so wild! Am Anfang ein bisschen ungewohnt aber das legt sich schnell :) Und das macht viel Spaß!

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  9. Susanne

    Sehr schön farbiges Fitnessoutfit.
    Ich sehe beim Sport an den anderen ja meist schwarz und grau und freue mich immer, auch mal ein farbiges Shirt zu sehen, aber du hast schon recht, beim Sport achte ich jetzt auch nicht so sehr auf die Optik, sondern mehr auf die Bequemlichkeit.
    Über das Nähen von winterlichen Jogginghosen bin ich noch nicht hinausgekommen, aber so nach und nach stocken die Online-Shops ja den Sportstoffbereich auf; mal sehen, ob ich mich dann auch mal an Shirts und Leggins wage.
    LG von Susanne

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    1. Katharina Artikelautor

      Danke Susanne!
      Du hast recht! Nicht nur beimSport sind die Leute unbunt unterwegs finde ich oft. Generell so im Leben. Wie viele schwarze und silberne Autos es gibt. Und beige Winterjacken. Und die Neubeuten im Moment. Schwarz und fröhliches grau! Was ist da nur los?!

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