Jeansjacke Burda 7018

img_20161016_170933Vor etwas über einem Jahr habe ich meine erste Jeansjacke genäht! Ein stolzer Moment! Und ich trage sie seit dem gerne und viel, aber schon seit der ersten Version war klar, dass das noch nicht das Optimum ist. Ich wollte eine Jacke mit Taschen, mit richtigen Manschetten und aus einem hochwertigeren Stoff. Die erste Jacke war wohl mehr eine Probe. Auch deshalb weil ich Probleme hatte einen gescheiten Schnitt zu finden. Und mit gescheit meine ich Indie-Schnitt bei dem die Nahtzugabe dabei sind und ordentliche Erklärungen. Und weil ich nichts fand habe ich mir dann einen Burda-Schnitt gekauft. Immerhin einen Einzelschnitt. Er trägt die Nummer 7018. Und in weiser Voraussicht habe ich schon für die erste Version 1,5 cm Nahtzugabe an allen Nahtkanten des Schnitts angemalt und ausgeschnitten, so hatte ich es diesmal leichter. Man was hab ich mir da auf die Schulter geklopft: danke Katharina von vor einem Jahr, echt!

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Es gibt für mich kaum etwas schlimmeres als Nahtzugaben auf dem Stoff hinzuzufügen. Ihr müsst wissen ich gehöre zu den Banausen, die ihren Schnitt mit viele Stecknadeln an den Stoff pinnen und dann entlang des Schnitts ausschneiden. Ich mal da nicht erst Umrisse auf den Stoff, im Leben nicht! Die Markierungen schneide ich einfach ein. Fertig! ;) Aber bei Schnitten ohne Nahtzugabe da hat man keine Wahl. Da muss man wohl oder übel zeichnen. Deshalb habe ich dann oft die Nahtzugabe mit meinen Fuchsaugen abgeschätzt und einfach um den Schnitt rumgeschnitten. Nun ja. Das Endergebnis war dann immer eine Überraschung, ist ja auch nett ;)

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Diesmal sollte die Jacke lang werden. Das ist ja nun nicht modern, Jeansjacken sind ja bei jedem zu kurz und alle findens gut. Aber ich habe eine dermaßene Phobie gegen unwillentliches Bauchfrei, dass ich die Jacke vielleicht doch etwas zu arg lang gemacht habe. Aber vielleicht sieht es auch nur in meinen Augen komisch aus, weil sonst halt Jeansjacken immer so kurz geschnitten sind. In der Breite ist die Jacke übrigens Größe 36, die mir bei Burda bisher immer gut gepasst hat.

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Der Stoff ist vom Jeansstoffstand vom Stoffmarkt-Holland, den wir alle so lieben, also den Stand. Der Stoffmarkt ist anstrengend! Tolle Stoffe haben die immer. Ich habe diesmal drauf geachtet einen ohne Stretch zu nehmen und diese leicht verwaschene Farbe gefiel mir arg!

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Lange habe ich überlegt in welcher Farbe ich absteppe. Blau, oder wie immer? Wie immer ist es dann geworden. Bei den Knopflöchern konnte ich mich nicht entscheiden, manche sind dunkelblau andere sind dunkelrosa :)

img_20161016_153557Überhaupt konnte ich mich bei dieser Jacke einfach nie entscheiden. Es hat unheimlich lange gebraucht bis die fertig war. So dass meine Lust am Ende echt nicht mehr so groß war. Diese Kappnähte haben mich bekloppt gemacht. Weil ich hatte mir nunmal vorgenommen Kappnähte zu machen. Und ich wollte die von rechts machen. So wie zum Beispiel im Ginger Sew Along beschrieben. Das heißt aber man muss blind die umgeklappte Nahtzugabe auf der anderen Seite des Stoffs treffen.

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Da konnte ich pinnen wie ich wollte, es gab immer Stellen an denen es nicht gepasst hat. Dann muss man da ja aufpassen damit, wenn man das wieder aufmacht, dass das Abgesteppte nicht blöd aussieht. Also habe ich aufgetrennt, das gelbe Fadenende auf die linke Seite gezogen und da dann verknotet und von Hand vernäht. War das scheiße! Hätte ich die Nähte einfach direkt von der falschen Seite gemacht. Aber dann wollte ich das nicht mehr mischen blablabla. Dafür sind jetzt Ärmelnähte und Armlochnaht einfach geoverlockt.

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Ich habe ein paar Sachen am Schnitt verändert, damit die Jacke so wir wie ich wollte. Einmal sind da die Paspeltaschen! Da bin ich auch wirklich nicht gut drin, da bastel ich mir immer einen ab. Man man man, aber Übung macht den Meister und im Endeffekt konnte ich alles ganz gut kaschieren. Ich habe nach dieser Anleitung gearbeitet. Und weil die für zweiseitige Paspeltaschen ist habe ich mir auch noch Sandras hilfreiches Tutorial zu einseitigen Paspeltaschen angesehen, danke!

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Dann die Manschetten. Die habe ich mir einfach von Marvins Jeansjacke abgeguckt, war nicht so schwer. Dann habe ich den unteren Bund breiter gemacht, so dass die vorderen Blenden nicht bis unten durchgehen. Gut dafür musste ich nicht groß nachdenken, das gebe ich zu :) ich finde aber das macht von der Optik doch was aus! Die Fronttaschenklappen sind immernoch nur Attrappen wie im Original aber auf der anderen Seite sind Taschen dahintergenäht, zu denen kommt man aber halt nur, wenn man die Jacke auf macht.

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Ich kann es gar nicht glauben, dass diese Aufzählung schon vorbei ist! Das kam mir vor, als hätte ich viiiel mehr gemacht und nur gebastelt die ganze Zeit:D

img_20161016_153705Naja, ein bisschen habe ich mit der Jacke auch lange gebraucht weil viel dazwischen kam. Ein Urlaub zum Beispiel ;) Und sowas … Ich bleibe trotzdem  dabei: die Jacke war außergewöhnlich viel Arbeit für mich! Aber dafür habe ich die jetzt auch echt lieb! ;) Die Knöpfe habe ich extra dafür bestellt, die fand ich schön! Was es für schöne Jeansknöpfe gibt! Und der Innenstoff ist ein Überrest von meiner Lieblingsbluse. Weil mich die Jeansjacke sehr an eine Kutte erinnert hat, als sie noch keine Ärmel hatte hat sie hinten einen Insider-Patch bekommen, oh und eine Aufhängung! Da wurde im Schnitt nicht dran gedacht und meine erste Jeansjacke hat keinen.

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Zur Anleitung muss ich bestimmt nicht viel schreiben. Dann wäre nachher das was ich über die Anleitung schreibe ausführlicher als die Anleitung selbst ;) Teilweise verwirrend und nicht ganz vollständig. Man muss sich schon konzentrieren, muss man aber bei ner Jeansjacke eh denke ich ;) War okay, vor allem aber auch, weil ich jetzt schon ein paar Sachen selber weiß und das mein zweiter Versuch mit der Anleitung war. Also absolut machbar, man muss aber eventuell schonmal woanders nochmal nachlesen wie was geht. Und es hilft beim Nähen eine gekaufte Jeansjacke zur Hand zu haben.

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Und da bin ich jetzt schon am Ende! ich finde die Jacke klasse und bin froh sie jetzt endlich fertig zu haben und tragen zu können, wer weiß wie lange es noch Herbst bleibt. Wenn ihr Fragen habt oder ich was vergessen habe, dann scheut euch nicht zu fragen!:)

Nen schönen MeMadeMittwoch euch alles und macht’s gut!

Katharina

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25 Gedanken zu „Jeansjacke Burda 7018

  1. Punktemarie

    Hallo liebe Katharina,

    man, man, man… was für ein tolles Teil :-) Echt wie gekauft :-) Ich finde es perfekt, dass Du die Jacke verlängert hast. Beim ersten Schauen ist es ungewöhnlich, aber wenn man Dich damit sieht, ist es einfach eine Einheit. Denn alles sitzt genau richtig. Allein wenn ich mir ansehe, wie ideal die Höhe der Eingriffstaschen ist, super.

    Über die Verarbietung muss ich ja nix sagen, da bist Du ja dank Deiner vielen Gingers ein Fuschs :-)

    Viele liebe Grüße, ich drück Dir die Daumen, dass Du so in diesem Herbst noch oft tragen kannst, sonst eben mit Pulli und Schal :-) , Brigitte

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  2. Irene

    Wow, wow, wow! Da hast Du wieder ein Meisterstück genäht. So viele Details und alle perfekt genäht! Großen Respekt! Ganz klar, dass so eine Jacke ihre Zeit braucht, ist aber halt auch was Besonderes.

    Herzliche Grüße Irene

    P.S.: Ich mag übrigens lieber Schnitte ohne Nahtzugabe und schneide die dann freihändig dazu, Passzeichen knipse ich wie Du ein. Anzeichnen tue ich gar nichts.

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    1. Katharina Artikelautor

      Dankeschön Irene! Das ist ganz schön badass, ich sollte das auch einfach machen, vor allem bei Jersey. Besser als das Kleidungsstück gar nicht zu nähen, weil ich keine Lust habe die Nahtzugaben ordentlich zu machen.

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  3. Naehkatze

    Sieht klasse aus! Ich male seit Neuestem auch immer die NZ direkt auf den Schnitt und auf dem Stoff zeichne ich höchstens Abnäher o.ä. ein. So hat es mir vor einigen Jahrzehnten eine Schneidermeisterin gezeigt und es erspart mir viel Arbeit. LG Carola

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  4. sandra

    Ich stimme auf ganzer Linie zu: die Jacke IST klasse! So schön auch die Absteppungen. Ich krieg immer die Krise an diesen Ecken…
    Es geht nichts über Indie-Schnitte. Nicht enthaltene NZG ist bäääh. Und der Jeansstoffstand ist super :)
    Liebe Grüße, Sandra

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    1. Katharina Artikelautor

      Danke Sandra! Da hilft dieser bumper jumper, oder einfach irgendwas was dir den Nähfuß gerade hält. Super genial klappt das bei mir allerdings auch nicht immer. Da hilft nur nicht so genau auf die Ecken schauen, hehe :)

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  5. Susanne

    Ich finde deine Jacke auch klasse und mir gefällt gerade, dass sie etwas länger ist.
    Kein Wunder, dass die Jacke ihre Zeit gebraucht hat, bei den vielen Details und den Absteppungen und den Änderungen, die du vorgenommen hast.
    Lustig finde ich, dass du das Anzeichnen der Nahtzugabe so gar nicht magst und lieber mit integrierter Nahtzugabe arbeitest; bei mir ist es gerade andersherum, : ).
    LG von Susanne

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    1. Katharina Artikelautor

      Danke Susanne! :) Das its auch so ne Sache mit dem geringeren Übel. Wie mit Hausarbeit. Finde ich generell scheiße, aber wenn ich muss dann mach ich lieber Fenster putzen und Wäsche waschen als Boden wischen. Bah Boden wischen. Und bei Nahtzugaben nehme ich lieber im Kauf dass es schwieriger ist den Schnitt anzupassen als die selber anzumalen. Aber es muss ja auch welche geben, die das andere lieber mögen. Marvin wischt lieber Boden als Wäsche zu waschen, also alles gut! :)

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  6. Elke

    Liebe Katharina,
    ich weiß genau was du meinst, wenn du über die Länge von Jeansjacken sprichst. Wenn die Jacken schon bei normalgroßen Frauen von der Länge her knirsch wirken, wie soll das dann bei uns aussehen? Ich hätte sie mir definitiv auch länger gemacht, vielleicht einen Ticken kürzer. Deine Absteppungen sind toll geworden. Den Schnitt muss ich mir mal genauer anschauen. Ich habe ja noch den von StyleArc im Visier.
    Liebe Grüße,
    Elke

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    1. Katharina Artikelautor

      Ich glaub ich hatte auch noch nie eine halbwegs passende jeansjacke aus dem Laden. Und auch eh nur Männerjeansjacken. Da zeigt sich die Problematik ganz deutlich bei Jeansjacken ;) Die richtige Länge zu finden ist gar nicht so leicht.

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  7. Molas

    Eine tolle Länge hat die Jacke. Schaut klasse aus.
    Und wieder so schön auf die ganzen Details geachtet. Bin ja gespannt, wann ich mich mal zu so einer Detailliebe aufraffen kann.
    Ich glaub, eine Nahtzugabe hab ich mir noch nie angezeichnet, da wird wenn dann nur Freihand geschnitten. Und mir sind die Schnitte mit integrierter auch viel lieber.
    Lg Iris

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  8. SaSa

    Da hast Du wieder so ein toll genähtes und detailreiches Jeansteil genäht! Wie schön ist es doch, sich die Länge selbst so nähen zu können, wie man es braucht oder selbst möchte. Die Jacke passt wie angegossen. Ich würde zu gerne ein Ganzkörperbild sehen, um die Proportionen noch besser sehen zu können!
    Liebe Grüße,
    SaSa

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  9. Nähhörnchen

    Stimmt, von vorne sieht es ungewohnt aus, in dieser Länge. Aber was solls, bist du halt ein rebellischen Trendsetter. Bei der Rückansicht fällt es aber gar nicht auf. Sehr erfrischend deine Gefühleschilderung, ich bin auch so oft angeätzt von irgendwelchen Teitschritten, Schnitten, Stoffen etc. dass ich mich über diejenigen wundere, die immer nur „yeah – Herzchen – alles Mega toll“ schreiben.

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    1. Katharina Artikelautor

      Vielen Dank! :) Ich glaub das ist so ne Facebook/Instagram Geschichte, da ist immer alles voll yeah Herzchen etc. habe ich zumindest von außen den Eindruck, ich versuche mich von sowas fernzuhalten.

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  10. Stefanie

    Die Jacke ist klasse, und die Länge gefällt mir sehr. Diese kurzen Jeans- Jacken passen immer gut zu Kleidern , finde ich, zu einer Hose oder Rock ist länger besser. Sind die Ärmel so schmal wie es scheint? Meine letzte Jeans-Jacke wurde deshalb ausgemustert: Stoff zu steif und Ärmel zu eng. Sollte ich mir doch noch mal eine nähen, würde ich das anders machen.
    LG, Stefanie

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  11. Vivien

    Sehr cool, Katharina. :-)
    Ich finde die Jacke keinesfalls zu lang und kann das voll nachvollziehen, dass du eine Phobie vor den zu kurzen Jacken hast. ;-) Finde ich auch ehr gewöhnungsbedürftig. Der verwaschene Stoff gefällt mir sehr gut. :-)

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag.
    Liebe Grüße, Vivien

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  12. Amely

    Hallo Karharina, deine Jeansjacke gefällt mir wirklich gut! Es sieht auch nach einem komplizierten und aufwändigen Projekt aus…. Aber es stimmt, bei Jeansjacken ist man die kurze Version so gewöhnt, dass man erstmal überrascht ist bei der langen. Die passt wohl eher zu Hosen als zu Röcken, oder?
    LG Amely

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    1. Katharina Artikelautor

      Danke Amely! Über Kleidern zumindest sieht die ajcke doch komisch aus. Zumindest über den Kleidern die ich so trage. Ich trage sie also zu Hosen. Und für Kleider habe ich dann die andere, richtig kurze.

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