Elektrische Garnwickelstation: Version 1

Das Projekt ‚elektrische Garnwickelstation‘ ist abgeschlossen. Nachdem ich über den Prototypen recht ausführlich über der den Weg von der Idee bis halt zum Prototypen berichtet habe, fasse ich heute nochmal alles zusammen, so dass sich das Projekt nachbauen lässt und zeige euch direkt auch die etwas vorzeigbarere, neue Version, hier kommt die Garnwickelstation 1.0. :)

Für die endgültige Version habe ich eine Holzbox mit Magnetverschluss bei ebay bestellt, einen anderen Motor mit Schneckengetriebe und ich habe noch einen alten Totenknopf-Poti-Knopf aus meinem Schrank gesucht. Den hatte ich mal auf meiner E-Gitarre. Damals, das waren noch Zeiten! ;)

Insgesamt sieht die Materialliste für die Version 1 dann wie folgt aus:

  • Holzbox mit den Maßen 14 x 9x 5 cm (passt genau auf den Tischbock) – über ebay
  • 1 DT2 Riemenscheibe Z60 ( = 60 Zähne) mit 6.35 mm Bohrung für Motor mit 6mm Nabe – über ebay
  • 1 L 298N Motortreiber – über ebay
  • 1 12V 200RPM DC Getriebemotor (Schneckengetriebe) + Schrauben um den Motor an der Box zu befestigen – über ebay
  • 1 Arduino Nano – über amazon
  • 1 12V Netzteil – über amazon
  • 1 Rotary Encoder (KY-040) + 1 Poti-Knopf
  • 1 Tischklemme von Ashford, die bei meinem Webrahmen dabei ist, man kann die aber zum Beispiel hier als Ersatzteil nachbestellen

Statt einem Rotary Encoder kann man auch ein Potentiometer verwenden. Das Potentiometer ist analog, der Rotary Encoder digital und mein Rotary Encode hat auch einen Knopf, über den ich den Motor an und ausschalte. Man kann den Motor nicht durch Drehen des Encoders ausschalten, sondern nur in die langsamste Geschwindigkeit bringen. Der Motor startet beim Drücken des Knopfes immer in der langsamsten Geschwindigkeit.

Ansonsten brauchten Marvin und ich noch einiges an Kabeln, einen Lötkolben und Lötzinn, eine Bohrmaschine und etwas Schleifpapier sowie einen Heißklebepistole.

Der Tischbock auf dem das ganze befestigt ist ist von Ikea und hört auf den Namen Finnvard. Haspel und Wollwickler sind von Ülle.

Für den Motor, den Rotary Encoder, die Netzbuchse und die Befestigungsklammer hat Marvin Löcher in die Box gebohrt. Den Motor haben wir dann festgeschraubt, der hatte schon vorgebohrte Gewinde. Die Netzbuchse und der Rotary Encoder sind nur in die Löcher reingesteckt, halten allerdings auch so gut genug, der Rotary Encoder, der Arduino Nano und das Motorsteuergerät sind aber auch nochmal mit etwas Kleber aus der Heißklebepistole in ihrer Position gesichert.

Verbunden sind alle Teile miteinander wie ich in diesem Schaltplan festgehaltenen habe:

Den Plan habe ich mit Fritzing erstellt. Ein Programm das für den Einstieg echt gut zu handhaben war, aber leider nicht mehr so richtig weiterentwickelt wird.

Und hier ist der Code, mit dem man das Ganze zum Laufen bekommt:

#define enA 9
#define in1 6
#define in2 7
#define cLK 2
#define dT 3
#define sW 4

volatile boolean turnDetected;
volatile int clockwiseRotation;

int startSpeed = 105;
int endSpeed = 255;
int speedStep = 5;
bool isRunning = false;
int currentSpeed;
int buttonState = 0;

void isr(){
  if (isRunning) {
    if (digitalRead(cLK))
      clockwiseRotation = digitalRead(dT);
  else
    clockwiseRotation = !digitalRead(dT);
  turnDetected = true;
  }
}

void setup() {
  pinMode(enA, OUTPUT);
  pinMode(in1, OUTPUT);
  pinMode(in2, OUTPUT);
  // Set rotation direction of motor
  digitalWrite(in1, LOW); 
  digitalWrite(in2, HIGH);
  // Set initial motor speed to 0
  analogWrite(enA, 0);

  pinMode(cLK, INPUT);
  pinMode(dT, INPUT);
  pinMode(sW, INPUT);
  // initialize rotary encoder
  digitalWrite(sW, HIGH);
  attachInterrupt (digitalPinToInterrupt(cLK), isr, CHANGE);
}

void loop() {
  int buttonPressed = !digitalRead(sW);

  if (buttonPressed && buttonPressed != buttonState) {
    if (!isRunning) {
      currentSpeed = startSpeed;
      analogWrite(enA, currentSpeed);
    }
    else 
      analogWrite(enA, 0);
    isRunning = !isRunning;
    buttonState = 1;
  }

  if (!buttonPressed)
    buttonState = 0;

  if (turnDetected) {
    delay(5); // debouncing
    if (clockwiseRotation) {
      currentSpeed += speedStep;
      if (currentSpeed > endSpeed)
        currentSpeed = endSpeed;
    }
    else {
      currentSpeed -= speedStep;
      if (currentSpeed < startSpeed)
      currentSpeed = startSpeed;
    }
    analogWrite(enA, currentSpeed);
    turnDetected = false;
  }
}

Der Antrieb ist jetzt gar nicht mal mehr so laut und sieht auch wirklich ganz hübsch aus finde ich. Ich habe schon erfolgreich einige Stränge gewickelt und nutze den Wickler auch um gesponnene Singles von meinen Spulen zu wickeln um die wieder frei zu bekommen. Die Motorkraft und Geschwindigkeit sind dafür genau richtig.

Das war wirklich ein nettes Projekt! Und zusätzlich zu dem ganzen Spaß den Marvin und ich hatten habe ich jetzt ne super Garnwickelstation, die gar nicht mal so unpraktisch ist ;) Als nächstes möchte ich ein elektrisches Spinnrad bauen, ich bin schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem vollständigen Spinnkopf. Wenn man den neu kauft kostet der so 200 € und das will ich für so ein Spaßprojekt nicht ausgeben, ich suche also nach alten Spinnrädern, bei denen man den Spinnkopf abschrauben oder zur Not absägen kann. Der Antrieb sollte dafür alles außer 2-fädig sein (also Spulen- oder Flügelbremse). Wenn jemand einen Tipp oder ein passendes Spinnrad rumstehen hat nehme ich Hinweise gerne entgegen! :)

Wie immer gilt: bei Fragen gerne her damit, ich werde mein bestes geben zu helfen! :)

Macht’s gut!

Katharina

 

 

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15 Gedanken zu „Elektrische Garnwickelstation: Version 1

  1. Punktemarie

    Hallo liebe Katharina,

    genial :-) Sieht alles sehr professionell aus und auch schick :-) Werde ich mir sicher nie nachbauen… sowas ist zum Glück überhaupt nicht meins – puh.. Glück gehabt, ein Projekt weniger… – aber ich finde es klasse. Und absolut sinnvoll und notwendig.
    Denn ich so größere Mengen Wolle wickeln ist echt kein Spaß… Hab vor kurzem zwei Laceknäuel von Wollmeise gewickelt, heißt zweimal so rund 1.600 Meter am Stück…. da musste ich sehr oft an Dich und Deine elektrische Wickelstation denken.

    Bin gespannt, ob das Ding irgendjemand nachbaut :-)

    Viele liebe Grüße, Brigitte

    Antworten
    1. Katharina Artikelautor

      Ach warten wir mal ab Brigitte! ich weiß noch was du zum Spinnen gesagt hast vor 2 Jahren, hehe :) Und das Wickeln wird mit dem Spinnen ja noch schlimmer. Wenn alle Spulen voll sind und man noch Wolle hat müssen die abgewickelt werden. Und jedes Garn das du herstellst kommt im Strang! Und so ein elektrischer Wollwickler sieht oft nicht so schön aus und ist auch viel teurer als mein gebastelter! Also sag niemals nie ;)

      Antworten
  2. Nadine

    Das nenn ich mal einen tollen Wollwickler. Deine Garnwickelstation ist dir wirklich gelungen. Mit reicht zum Glück noch mein kleiner Wollwickler. Oder besser gesagt, er muss. Denn so viel Platz habe ich leider nicht.
    Auf deinen selbstgebauten E-Spinner bin ich auch gespannt. Da wirst du sicher noch geeignete Bauteile finden. Wobei du wahrscheinlich keinen kompletten Spinnkopf brauchst. Den musst du ja auch nur irgendwo drauf montieren. Da müsste sogar der 2fädige Spinnflügel von Ashford mit den entsprechenden Halterungen reichen. Kostet keine 60€ und du kannst es mit Spulenbremse montieren. Ich habe damit ein altes Spinnrad aufgemotzt. Funktioniert super. Zum Probieren könnte ich dir den alten etwas ramponierten Flügel mit Wirtel leihen. Der braucht nur vorne und hinten eine Halterung.
    Ein Bliss mit Minimotor habe ich aber auch schon wo gesehen. Frag mal Google. Da ist es leider schwerer den Flügel andersweitig zu nutzen, weil ja die Halterung nachgebaut werden muss. Oder du fragst bei Woolmakers nach Ersatzteilen. Da brauchst du dann keine neuen Spulen.
    LG Nadine

    Antworten
    1. Katharina Artikelautor

      Danke Nadine! :) Die ganze Station ist auch für meine Verhältnisse echt groß und steht etwas im Weg. The heart wants what it wants, sozusagen :D
      Ahaaaaa, das ist ne gute Info! Ich habe zwar schonmal gesehen, dass man die Halterungen auch so kaufen kann, aber ich wusste nicht ob das wirklich reicht, weil ich immer nur die vordere Haltung gefunden habe. Wo hast du die Halterungen denn gekauft? Ich wusste gar nicht, dass man 2-fädig zu Spulenbremse einfach umbauen kann, schaue ich mir mal an!
      Das Bliss kenne ich auch mit dem Motor. Mir geht es nicht wirklich darum nicht treten zu müssen, sondern nen E-Spinner zu bauen, wenn dann mache ich das auch komplett :)
      Das Problem bei dem Bliss Flügel ist denke ich auch dass er nur hinten gehalten ist, bzw der Dorn steht halt hinten in nem Kugellager. Selbst wenn ich Flügel und Lager bekommen könnte, würde ich das glaube ich nicht schaffen zusammenzubauen. Die Wirtel sind da ja auch noch irgendwie dran. Danke für den Tipp aber, ich denke da mal weiter drüber nach!
      Super übrigens dass du mit dem Spinnen angefangen hast :)

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      1. Nadine

        Hallo Katharina, die Ashford-Halterungen gibts beim Wollschaf für 2,60€. Da muss man den Flügel mit allem drum und dran nur einhängen. Sind 2 winzige Teile, die man noch irgendwo dranschrauben muss. Das kannst du dir bei den Spinnrädern aber ansehen. Das tolle bei den 2fädigen Flügeln ist halt, dass Flügel, Spule und Wirtel für den Flügelantrieb in einem Stück sind. Dadurch kann man so einen Flügel quasi überall dran bauen. Statt den Antreib noch zusätzlich über die Spule laufen zu lassen, kann man die Spule auch mit ner normalen Spulenbremse, die ja auch nur eine irgendwo befestigte Bremsschnur ist, bremsen.
        LG, Nadine

        Antworten
    1. Katharina Artikelautor

      Danke Manuela!
      Ich habe ein bisschen Unterstufen Informatik in der Schule gehabt, VBA hab ich da ‚gelernt‘. Im Studium hatte ich 1 Semester ‚Bauinformatik‘, wieder VBA und weil mir das schon in der Schule echt Spaß gemacht habe habe ich mir dann Informatik Kurse rausgesucht, die ich mir anrechnen lassen konnte (war dann auch eher so für Ingenieure halt) und in meinem Abschlussarbeiten habe ich programmiert. Also so teils teils. Programmieren lernt man aber auch am besten durchs machen finde ich. Der Kram hier für den Arduino ist aber wirklich nichts krasses, da reicht, denke ich, ein bisschen Grundlagen angucken und dann bekommt man das hin. Dazu gibt es auch wirklich viel Hilfestellung im Netz. Ist bestimmt ein netter Einstieg. Also falls du überlegen solltest ;) Man kann sich das alleine aneignen denke ich und merkt schnell ob einem das Spaß macht.

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