Wollshirt für den schwedischen Sommer

Ein bisschen reißerisch der Titel, der Sommer war hier nämlich im Juni und in der ersten Augusthälfte sehr warm, zu warm für Wollklamotten. Jetzt ist es aber abgekühlt, meistens sind es so 17 Grad.
Im Moment geht auch Klamottennähen noch nicht so gut. Das Nähzimmer steht seit kurzem und es sind nur noch Kleinigkeiten zu tun. Allerdings nähe ich im Moment wenn ich dazu komme Vorhänge, Stuhlbezüge und Ähnliches. Obwohl ich seit Januar nichts mehr für mich genäht habe, habe ich aber auch gar nicht so viel Lust dazu. Ich glaube das liegt an meinem schon beim Einzug aus allen Nähten platzendem Kleiderschrank. Ich habe so viel und ich kann und will auch nicht mehr unterbringen. Vielleicht muss ich erst etwas auftragen. Vielleicht kommt auch bald wenn das Chaos etwas gebändigt ist einfach so die Lust zurück. Vielleicht muss ich es auch übers Herz bringen und ein paar meiner Kleider weggeben.

Lust zu stricken habe ich aber noch :) Und weil ich auch so viel Wolle habe habe ich mir ein Projekt zum Abbau gesucht. Das Soldotna Crop Shirt von Caitlin Hunter ist auf Ravelry sehr beliebt und mir hat die Idee gefallen ein kurzes T Shirt mit bunter Passe zu stricken. Als mir meine Wollreste vom Loppa Cardigan in die Hände fielen hat sich plötzlich alles zusammengefügt, haha.

Meine Maschenprobe hat nicht zur Anleitung gepasst und meine Garnmengen auch nicht. Also habe ich mir mit dem Top als Vorlage selber etwas überlegt.

Wichtig war mir ein recht großes grafisches Muster und dass das Shirt recht lockt sitzt und nicht tailliert ist. Das Muster sollte etwas über die Passe hinaus gehen, damit die Ärmel nicht so kurz sind, ohne dass ich noch einfarbig etwas anstricken muss.


Muster und Farben waren am Anfang teilweise etwas anders geplant. Zum Beispiel sollten alle Bündchen dunkelrot werden. Als erstes ist mir dann dunkelrot ausgegangen, also sind die Ärmelbündchen weiß geworden, dann ist mir das weiß ausgegangen, deshalb das Muster an der Taille und das grüne Bündchen. Auch das Hauptmuster musste ich etwas anpassen, weil die lila Wolle etwas zu früh alle war.


Aber es macht auch Spaß immer ein bisschen zu improvisieren und mitzuverfolgen wie der Pulli wird, ohne dass man etwas daran ändern kann dass er nicht perfekt wird.
Und es hat sich sehr gut angefühlt so viel Wolle loszuwerden :D und das Endergebnis gefällt mir auch sehr gut!
Die Wolle ist jetzt von einem Schrank in den anderen gewandert, das ist in Ordnung.

Wie sieht es denn in euren Kleiderschränken aus? Und was macht ihr mit selbstgenähten Klamotten, die ihr nicht mehr tragt?

Machts gut und habt einen schönen MeMadeMittwoch!
Katharina

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22 Gedanken zu „Wollshirt für den schwedischen Sommer

  1. Twill & Heftstich

    Der Pulli hat für mich Astrid Lingren-Charme, kann ich mir auch gut für den Herbst zu Jeans vorstellen. Das Muster in dieser Farbkombination ist ausgefallen und echt klasse!
    Mach mich nicht unglücklich, Du hast wirklich keine Lust zu nähen?! Ich habe mich so gefreut, als ich Dich beim MMM sah.
    Kommt ein wenig darauf an, warum ich selbst genähte Klamotten nicht trage. Wenn Sie mir einfach nicht stehen oder passen, findet sich mitunter jemand im Bekanntenkreis… Wenn der Schnitt nicht funktioniert hat, der Stoff aber ok. ist, versuche ich diesen in ein neues Kleidungsstück zu integrieren. Selbst genähte Stücke in schlechten Stoffqualitäten (v.a. aus der Anfangszeit mit viel Plastik) habe ich entsorgt. Aber Du hast recht, da bleibt immer noch viel übrig… Vielleicht doch Kleiderspenden, aber die entsprechenden Sammelboxen quellen hier über. Liebe Grüße, Manuela

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    1. Katharina Artikelautor

      Danke für den Kommentar Manuela! Der Pulli sieht ein bisschen nach Villa Kunterbunt aus, hehe 😁
      Lust hab ich schon zu nähen eigentlich, nur keine Lust auf neue Klamotten. Das kommt bestimmt wieder, sei nicht traurig 😋
      Die Kleiderspendeboxen sind hier auch voll, es gibt aber viele Second Hand Läden hier, vielleicht probiere ich es da mal. Dann fühlt sich das nicht so an wie weggeworfen! Leider haben ja auch die wenigsten meine Körpermaße…

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  2. Anja

    Sehr coole Idee, ich kann mir auch vorstellen, dass man das Shirt im Winter wie einen Pullunder tragen kann, also sehr vielfältig einsetzbar, deine Strickkenntnisse sind einfach Wahnsinn, lg Anja

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  3. Doro

    Das sieht aber gar nicht nach Resteverwertung und “Huch, kein Garn mehr” aus, sondern wirklich wie geplant. Ich finde gerade die unterschiedlichen Bündchenfarben sehr schön.
    Mit dem Nähen geht es mir aktuell auch so. Ich habe einen Schrank voll Stoff, aber auch einen Schrank voll Kleidung und brauche gerade wirklich nichts. Auch wenn ich Lust hätte zum Nähen. Also warte ich mal ab, was sich so im Laufe der Zeit ergibt und stricke derweil schon mal für Weihnachten vor 😉
    Liebe Grüße von Doro

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    1. Katharina Artikelautor

      Danke Doro, das höre ich gern 😁
      Vielleicht hängt das Näh-Down ja damit zusammen, dass sich das Leben größtenteils zu Hauae abspielt wo man nicht so viele Klamotten braucht.. Stricken für Weihnachten ist eine geniale Idee!

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  4. Susanne

    Damit man den Sommer noch nicht ganz loslassen muss, ist so ein Kurzarmpullöverchen doch perfekt.
    Ich habe mir dieses Jahr auch zum ersten Mal einen kurzärmeligen Pullover gestrickt und war an kühlen Sommertagen immer froh über mein Wollshirt, : ) . Mein Shirt ist aber nur einfarbig und längst nicht so schön gemustert, wie dein. Ich finde dein Pullöverchen richtig klasse.
    LG von Susanne

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  5. Jule

    Na, da bin ich ja mal froh, dass ich noch nicht so lange nähe, und vor allem, dass die Sachen noch gar nicht so lange größtenteils tragbar werden. Es hat sich also noch nicht so viel selbstgenähtes angesammelt. Allerdings, wenn ich noch länger recht viel zuhause bin, werde ich mir auch was überlegen müssen. Vielleicht dann doch mal für den Mann nähen oder das Schnitterstellen lernen und aufwändigere Dinge nähen…
    Dein Villa-Kunterbund-Shirt ist echt schön, macht gute Laune! Vom Stricken habe ich ja keine Ahnung, darum bewundere ich es nur…
    LG, Jule

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    1. Katharina Artikelautor

      Genieße es! 😀
      Solche Pläne hatte ich auch immer, gerade mal was für Marvin nähen. Aber so richtig geholfen hat das leider alles nicht. Das Kind hilft ein bisschen 😊. Und Stricken!

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  6. Janine

    Da hast du aber genial improvisiert und vor allem für andere gar nicht mal sichtbar. Sieht aus, als sei es genauso beabsichtigt! Das Muster ist auch sehr hübsch. Wie lange brauchst du eigentlich um z.b. so einen Pullunder zu stricken?

    Tja, wohin mit der ganzen Kleidung, die man nicht mehr trägt? Vielleicht könntest du im Internet, z.b. hier auf deinem Blog einen eigenen “Flohmarkt” aufmachen, um Sachen auszusortieren…

    Ich kann mich von selbst genähten Kleidungsstücken ganz schlecht trennen. Da steckt ja viel Arbeit, Zeit und Liebe drin. Ein Kleid, dass mir obenrum nicht ganz so gut gepasst hat, hab ich z.B. schon mal zum Rock “umfunktioniert” und ein anderes Oberteil, bei dem mir der Schnitt nicht gefallen hat, hab ich wieder aufgetrennt und den Stoff anderweitig vernäht. Kleidungsstücke, die ich mal gerne getragen habe, aber inzwischen nicht mehr so, weil sich der Geschmack geändert hat, hab ich teils weg gegeben, teils sind die noch im Kleiderschrank…ich hab z.B. einen relativ einfach genähten Mantel, auf den ich zum genähten Zeitpunkt echt stolz war, aber letztes Jahr hab ich mich da weiter entwickelt und zwei Mäntel genäht, die diesen mehr als übertroffen haben. Trotzdem bring ichs (noch) nicht übers Herz ihn auszusortieren und wüsste auch nicht genau wohin…
    Allerdings finde ich den Umfang meines Kleiderschranks noch echt in Ordnung und finde immer noch Teile, gerade Basics, die ich wirklich noch gebrauchen kann. Und sonst näh ich auch für die Kids, die immer mal wieder was brauchen, weil sie aus ihren Sachen rausgewachsen sind. Die selbst genähte Kinderkleidung heb ich übrigens auf :-)

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    1. Katharina Artikelautor

      Vielen Dank Janine, für die netten Worte zum Pulli aber auch für deine Erfahrungen zum Thema Aussortieren.
      Für den Pulli habe ich etwas über 7 Wochen gebraucht.
      Über einen Flohmarkt auf dem Blog habe ich auch schon nachgedacht, vielleicht findet sich so jemand mit ähnlichen Maßen wie ich. Das wäre schön, wenn ich die aussortierten Sachen nicht wegwerfen müsste.
      Ich kann sehr gut verstehen, dass du es bei manchen Sachen nicht übers Herz bringst die wegzugeben, so geht es mir auch.
      Das ist eine gute Idee die Klamotten zu recyceln wenn es geht.
      Ein Kind benähen zu können hilft, finde ich auch 😁. Allerdings verschleißt meine Tochter die Sachen so, dass ich die nicht alle aufbewahren werde. Die macht es richtig, da kann man wenigstens neu nähen dann. Und hatte viel Spaß in den Klamotten!

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  7. Barbara

    Ich finde, dein Top paßt wunderbar in die schwedische Landschaft, sehr gut siehst Du aus! Mir gefällt gerade, daß die Bündchen andere Farben haben als man das erwarten würde. Und beim jetzigen schwedischen Wetter scheint das ja das ideale Outfit zu sein.
    Ausrangieren von genähten, aber nicht getragenen Kleidungsstücken, das ist schon ein schwieriges Thema. Aber mittlerweile vertrete ich die Meinung, daß ich beim Nähen meinen Spaß gehabt habe, ich vielleicht auch etwas gelernt habe. Wenn das Teil dann doch nicht getragen wird und ich keine Möglichkeit zur Änderung sehe,kommt es in die Altkleidersammlung- ich trenne mich dann gerne.
    Dafür nähe ich dann was neues und habe wieder meinen Spaß daran!
    LG Barbara

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    1. Katharina Artikelautor

      Vielen Dank Barbara, ich bin selbst überrascht wie gut ich das Shirt finde und dass ich es temperaturmäßig gut anziehen kann.
      Du verwendest ja meistens nachhaltige, hochwertige und dementsprechend teure Stoffe. Fällt es dir da nicht extra schwer dich zu trennen? Gerade wenn dur der Stoff mal so gefallen hat.

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  8. Sarah

    Das ist so eine schöne Metamorphose vom Wollstapel zu so einem raffinierten Top im Kleiderschrank! Ich habe neulich tatsächlich mal im Schrank aufgeräumt und mich von einigen frühen “Werken” getrennt, die ich nicht trage. Ich konnte sie nicht ganz wegtun, also habe ich jetzt zwei große Kartons, auf die ich “Näharchiv” geschrieben habe… Vielleicht wird es lustig in 20 Jahren diese Kisten nochmal mit meiner Tochter zu öffnen… ;-) LG Sarah

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    1. Katharina Artikelautor

      Danke Sarah!
      Das wird sicher lustig! Andererseits versuche ich gerade keinen Kram anzusammeln und Kisten die ich mir vielleicht in 20 Jahren wieder ansehe klingen sehr gefährlich 😀. Frag mich in 5 Jahren nochmal 😋.

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  9. Gabi

    Der Pullover sieht klasse aus, gar nicht nach Resteverwertung. Mir gefallen auch die kleinen grünen Punkte im weißen Teil. Aber dafür ziehst du doch bestimmt den grünen Faden hinten mit, sodaß du zwei Wollschichten hast. Ist dir das nicht zu warm?
    Ich habe mich letzten Winter endlich von einem selbstgenähten Mantel getrennt und in die Kleiderkammer gegeben. Auf den Mantel war ich sehr stolz, aber er erwies sich für mich als unpraktisch. LG Gabi

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    1. Katharina Artikelautor

      Vielen Dank Gabi 😊.
      Für die grünen Punkte stricke ich zweifarbig, genau. Die sund aber nur in jeder 4. Reihe, das macht dann wärmetechnisch nichts aus. Bei der Passe sieht es anders aus. Ich finde das Shirt genau richtig für bewölkte 18°.
      Gut, dass du dich trennen könntest und danke für deine Geschichte!

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  10. fetzich

    Ich stell mir die Frage momentan auch, ist ja auch ein grundsätzliches Problem, dass Kleidung immer mehr an Wert verliert. Ich habe auch viele selbstgenähte Sachen, die ich nicht mehr trage oder die schief gegangen sind. Bisher habe ich sie in einer großen Tüte im Keller gesammelt. Aber gerade bei so aufwändigen Projekten, wie einem Mantel, der mir dann aber zu klein war, ist es schade, dass ihn keiner trägt. Habe überlegt bei Instagram einen “Trödel” in den Stories zu machen, vielleicht findet ja noch jemand anderes Freude daran, mal schauen. Und zukünftig kann man nur versuchen, bedachter zu nähen. Finde ich aber auch nicht leicht, bei den ganzen schönen Stoffen :D Dein Wollreste-Shirt ist dir jedenfalls sehr gelungen und nimmt bestimmt nur ganz wenig Platz im Schrank ein :)
    Liebe Grüße
    Jenny

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    1. Katharina Artikelautor

      Hi Jenny!
      Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht. Mein Problem ist eher dass ich zu viele schöne Klamotten habe. Eigentlich habe ich halt echt genug. Ich schaffe es jetzt schon nicht das alles anzuziehen!

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  11. Katharina

    Dein Wollshirt ist klasse geworden :-)
    Bei mir ist es grad umgekehrt, die Nähmaschine rattert und die Stricknadeln liegen vernachlässigt in der Ecke. Liegt aber hauptsächlich daran, dass mein Kind aus den Klamotten rausgewachsen ist und jetzt eine neue Garderobe fällig ist.
    Meine genähten Teile, die ich nicht mehr gebraucht habe sind beim letzten Umzug in die Kleiderspende gewandert. Das ist aber schon eine Weile her und inzwischen quellen auch bei uns die Container über und sollten teilweise abgeschafft werden, weil die Kleidung nicht mehr benötigt wird. Für die nächste Aufräumaktion muss ich mir dann was überlegen, denn die Sachen in den Müll werfen möchte ich auch nicht.
    Liebe Grüße, Katharina

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    1. Katharina Artikelautor

      Vielen Dank!
      Das klingt ndch einer tollen Gelegenheit viel Zeit vor der Maschine zu verbringen. Dass keine Kleiderspenden mehr benötigt werden ist ja ganz schön krass. Klamotten sind einfach zu billig und alle haben zu viel. Ich denke bei mir hilft nur weniger zu produzieren. Oder mehr für andere zu nähen.

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