Mira Kleid

Lange, lange hat es gedauert, bis ich den Schnitt Mira von Pattydoo nun endlich mal zum Kleid verarbeitet habe. Ich fand ihn schon klasse, als er erschien, dieser Kimono-Ausschnitt ist doch wirklich ein nettes Detail! Passenden Stoff habe ich auch schon lange, er liegt aber bis heute im Schrank. Das Rennen hat dann nämlich ein neuerer Stoff gemacht, der mir beim letzten Stoffmarkt in Karlsruhe in die Hände gefallen ist. Der Stoff ist ein alter bekannter, ich habe mein allererstes Kleid aus diesem Stoff genäht. Das Kleid trage ich auch immernoch, aus den Resten habe ich mir damals ein Top genäht, das auch immer wieder zum Einsatz kommt. Nach kurzem Überlegen ob ich den Stoff jetzt wirklich nochmal verarbeiten soll hat Susanne ihn mir kurzerhand gekauft und direkt den Vorschlag dazu gemacht daraus ein Mira Kleid zu machen. Also gut! Da kann man sich ja kaum wehren!

Dann lag er hier, der gute Stoff. Ich nähe einfach lieber Webware. Und im Moment nähe ich auch gar nicht ganz so viel wie sonst. Wie das halt so ist. Dann hat Manuela ihre wirklich superschöne Version von dem Schnitt gezeigt. Und ich habe es geschafft passenden Bündchenstoff aus dem Regal zu holen ;)

Dann hat es wieder etwas gedauert. Und vor Kurzem ging es los! ;)

Dazu habe ich erstmal die 57 Seiten des Schnitts ausgedruckt. Es gibt mehrere Variationen im Schnitt und viele Größen. Außerdem sind die Schnittteile auf Schnittbögen angeordnet. Der erste Schnittbogen zum Beispiel heißt ‚Vorderteil Kimono Ausschnitt‘. Die Idee, dass man nicht alle Teile und dementsprechend auch nicht alles zu drucken braucht ist gut. Die Umsetzung leider nicht. Bis die Bilder geladen sind dauert es recht lange, und es ist nirgendwo eine Zusammenfassung aufgelistet auf welchen Seiten welcher Schnittbogen ist. Man muss also selber durch die 57 Seiten scrollen und sich aufschreiben welche Seiten man drucken muss und welche nicht. Das hilft also ungefähr gar nicht. Ich habe alles gedruckt.

Dadurch, dass die Schnittteile so aufgeteilt sind, sind die Schnittbögen nicht sehr dicht bedruckt, man hat also eine Menge Verschnitt, vor allem, wenn man eine kleinere Größe wählt. Was mich auch echt gestört hat ist dass die Linien für die unterschiedlichen Größen weder unterschiedliche Farben, noch unterschiedliche Linienarten (also gestrichelt, Strichpunkt etc) haben. Das macht es echt schwer die Linien auseinander zu halten und fordert mehr Konzentration als man für eine solch simple Aufgabe eigentlich bräuchte.

Was mir noch aufgefallen ist, ist dass auf den Seitenteilen des Oberteils (hinteres und vorderes Seitenteil) die Beschriftung nicht auf dem Schnittteil selber ist, sondern nur in der Überschrift, die man aber abschneidet, wenn man das Schnittteil ausschneidet. Das wirkt alles ein bisschen undurchdacht. Macht das ganze aber nicht unmöglich, nur echt unbequem.

Auf Grund der Größentabelle und meines Brustumfangs habe ich mich für Größe C, was einer 36 entspricht, entschieden. Das Oberteil habe ich um meine üblichen 4 cm verlängert. In der Anleitung ist kurz aber ausreichend beschrieben, wie man das macht. Den Rock habe ich nicht verlängert, er ist bei mir also entsprechend kürzer, als bei normal langen Frauen :)

Beim Zuschnitt musste ich wieder ein bisschen puzzlen. Schön fand ich, dass in der Anleitung Stoffspartipps stehen. Das sind dann Vorschläge wie man die Schnittteile legen kann, um nicht so viel Stoff zu verbrauchen. Praktisch war für mich in diesem Fall auch, dass nur 0,7 cm Nahtzugabe im Schnitt enthalten sind. Das finde ich für’s Nähen immer ein bisschen knapp, aber wenn man nicht so viel Stoff hat ist das ganz praktisch.

Ich hatte nur genug Stoff für kurze Ärmel. Und ich habe mich entschieden, alle Kanten mit dem Bündchen zu versehen, weil ich das bei Manuela so hübsch fand.

Das Nähen war recht kurz und schmerzlos. In der Anleitung selber gibt es nur einen groben Fahrplan, welcher Schritt nach welchem kommt. Ich habe mir also das Video angesehen. Ich arbeite nicht so gerne mit Videos, aber sei es drum. Ich hatte den Eindruck, dass das wieder kürzer und weniger ausführlich ist, als ich das sonst von den Pattydoo Videos kannte. Was ich unklug finde ist, dass das Kleid was in dem Video genäht wird komplett einfarbig rot ist. Man erkennt also nie welche die rechte und welche die linke Stoffseite ist, man sieht die Nähte nicht, weil auch mit Rot genäht wird, und man sieht nicht wo das Bündchen anfängt und das Kleid aufhört.

Ich bin nicht groß von der Anleitung abgewichen. Nur die Falten im Rock habe ich nicht zugenäht, weil mir das nicht so gut gefällt bei Jersey.


Das fertige Kleid gefällt mir! Ich hätte mich allerdings nicht auf das Schnittteil für das Bündchen für den Kimono-Ausschnitt verlassen sollen. Wie man sehen kann steht der Ausschnitt hinten ein bisschen ab. Aber das liegt nicht am Schnittteil, Stoffe sind halt unterschiedlich dehnbar und gerade bei Bündchen gibt es schonmal große Unterschiede. Außerdem ist das Kleid recht weit an der Taille. Das habe ich aber vorher schon gesehen, an der Maßtabelle und mich dafür entschieden, den Schnitt nicht zu ändern, ich habe viele enge Kleider und finde es mal ganz angenehm, wenn eins ein bisschen weiter ist.

Ansonsten macht es vielleicht doch noch Sinn zumindest das Saumbündchen festzusteppen, das dreht sich nämlich manchmal nach oben. Mal sehen, ob sich das vielleicht auch noch gibt mit der Zeit, wenn es etwas an mir gehangen hat. Bügeln hat da leider nicht gereicht.

Mein Fazit zum Schnitt ist, dass man die 3 Euro ruhig investieren darf. Das muss man nämlich immer im Hinterkopf behalten: der Schnitt kostet nur 3 €. Das ist wirklich nichts und die Anleitung ist dafür wirklich gut, trotz kleiner Ärgernisse.

Das Fazit zu Kleid fällt auch gut aus! Ich mag’s! Und ich mach mir noch eins! Irgendwann :)

 

Habt nen schönen MeMadeMittwoch

Katharina

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19 Gedanken zu „Mira Kleid

  1. Amely

    Liebe Katharina, das ist ein schönes, sommerliches Kleid geworden! Leider ist es jetzt wahrscheinlich schon zu kalt um es zu tragen, aber dann muss es halt bis nächstes Jahr warten, oder? 57 Seiten hätten mich aber echt abgeschreckt. Gut, dass du mich vorgewarnt hast! Aber der ganze Aufwand hat sich gelohnt, da du jetzt mal wieder ein tolles Kleid hast, das dir auch richtig gut steht:) Liebe Grüße, Amely

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  2. cutiecakeswelt

    OH das ist ja ein wirklich tolles Kleid. Gefällt mir prima. Steht dir auch sehr gut.
    Ich frage mich gerade ob man das Kleid auch mit weich fallendem Romanit nähen kann.
    Schaust toll aus.
    Liebe Grüße Dana

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  3. Susanne

    Ja, ein schönes Nähbeispiel hilft, sich selber an die Umsetzung zu machen, : ).
    Toll geworden und die unifarbenen Blenden sind sehr hübsch für den Schnitt.
    LG von Susanne

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  4. Sandra

    Tolles, fröhliches Kleid! Da sehnt man sich den Sommer herbei…
    Puh, bei Deiner Rezension weiß ich wieder, warum ich amerikanische Schnitte so mag ;)
    Liebe Grüße,
    Sandra

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  5. Karin

    Ich liebe ja deine ausführlichen Beschreibungen. Deine Kleider sowieso.;) Wenn ich ein Kleidungsstück fertig genäht habe, habe ich das meinste schon wieder vergessen, was du so herrlich beschreiben kannst: Schnittmusterbogen, Stoffverhalten.etc.
    Danke dafür
    LG Karin

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  6. kuestensocke

    Ein schönes Kleid udn wie immer mag ich Deine unverstellte Art den Arbeitsvorgang und die Anleitung und den Schnitt zu bewerten. Habe auch gerade einen Pattydoo schnitt zugeschnitten, Video-Anleitung – neee das ist nichts für mich. Ich will nähen nicht fern sehen und dabei eventuell über Kabel stolpern.
    Der Schnitt von dem Kleid gefällt mir, der Ausschnitt ist mir persönlich etwas zu nah am Hals, aber ich denke, das lässt sich fix anpassen. Sehr schön find eich die Falten im Rockteil. Nicht zu viel, nicht zu wenig, einfach perfekt. LG Kuestensocke

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    1. Katharina Artikelautor

      Vielen lieben Dank :) Das freut mich sehr, dass dir der Post gefällt :)
      Ja, das ist bestimmt geschmackssache, ich gucke auch so nicht gerne Videos auf Youtube und ich höre gerne Musik oder ein Hörspiel beim Nähen, das geht dann ja auch nicht. Ich denke auch, dass sich der Ausschnitt fix anpassen lässt :)

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  7. Christiane

    Wie lustig, dass du den gleichen Stoff wie von deinem ersten Kleid nochmal vernäht hast :)
    Ich vernähe auch viel lieber Webware. Der Schnitt gefällt mir gut, der Ausschnitt ist toll und die Falten hinten auch. Das dunkle Bündchen passt gut zu dem Stoff und betont die Schnittführung schön.
    Puh, 57 Seiten ist ja mal ’ne Ansage und der Weg erstmal zum Schnittmuster zu kommen, hört sich etwas anstrengend an… Ich bin auch kein großer Fan vom Nähen nach Video, eine bebilderte (Online-)Anleitung finde ich oft hilfreicher. Aber dein Ergebnis ist sehr überzeugend! :)
    Liebe Grüße
    Christiane

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  8. Twill & Heftstich

    Freue mich gerade über Deine Schnittbesprechung … es ist immer wieder spannend zu lesen, wie jemand anderes denselben Schnitt wahrnimmt. Wenn ich Dich in dem Kleid so sehe, begeistert mich der Kimono-Ausschnitt, besonders mit zwei verschiedenen Stoffen nach wie vor – er steht Dir ausgezeichnet! Was die Wahl, Webstoff oder Jersey betrifft, geht es mir ähnlich wie Dir, ich vernähe lieber Webstoff und im Augenblick trage ich ihn so gar lieber, selbst bei Oberteilen, weshalb meine „Mira“ so gut wie gar nicht aus dem Schrank kommt … Liebe Grüße aus Sizilien, Manuela

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  9. Punktemarie

    Hallo liebe Katharina,

    sehr schick, das Kleid sieht toll aus… was aber auch an diesem Stoff liegt :-) Das mit dem zig Seiten ausdrucken, finde ich auch immer nervig, aber was solls… hat man ja dann irgendwann auch geschafft.

    Lustig finde ich immer, wie unterschiedlich Näherinnen sind, Du und z. B. Christiane mögen Videos gar nicht, ich lieb die total und nähe damit super gerne. Hab dadurch auch viel gelernt.

    Übrigens könnte ich mir den Schnitt auch sehr gut als Shirt vorstellen, denn der Ausschnitt sieht wirklich toll aus und ist mal was anderes :)

    Viele liebe Grüße, Brigitte

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