Softshelljacke Pattydoo Susan

Als ich mir vor zwei Jahren die erste Softshelljacke genäht habe gab es speziell dafür noch keine Schnittmuster. Ich habe mir also selber was gehackt. Quasi einen Tag nach Fertigstellung erschien das Schnittmuster für die Softshelljacke Susan von Pattydoo und seit dem ist die Jacke die ich heute zeige auch in Planung. Letztes Jahr habe ich Stoff gekauft und Marvins Jacke habe ich Anfang des Jahres fertiggenäht. Bisher sah meine Softshelljacke aber noch gut genug aus, so dass ich mich erstmal anderen Projekten gewidmet habe. Mittlerweile ist die Jacke etwas eng und schon immer war die Jacke etwas bunt. Oder etwas zu arg gemustert, zumindest für eine Jacke, die man oft anhaben möchte. Und ich habe diese Jacke wirklich geliebt. Und sie hat sich sehr gut gehalten. Nur passte sie nicht immer ideal zu meinem bunt gemusterten Kleidern.

Ich bin mir bewusst, dass Softshell nicht nachhaltig ist, deshalb setze ich ihn nur spärlich ein und versuche alle Reste zu verwerten. Ich hätte mir auch nicht noch eine Jacke genäht, wenn ich mir nicht sicher wäre, dass ich die trage bis sie auseinander fällt. Gerade wenn man im Herbst und Frühling viel draußen ist finde ich Softshelljacken unschlagbar. Es kommt kein Wind durch, Regen wird zumindest erstmal aufgehalten und der Stoff ist leicht elastisch, man kann sich in den Jacken dadurch sehr gut bewegen.

Als ich den Stoff gekauft habe war ein Verkäufer der einen superschönen Softshellstoff mit Blumen drauf hatte glücklicherweise sehr unfreundlich, so dass ich dann au den schönen Stoff verzichtet und einen einfarbigen roten mitgenommen habe. Der ist so leicht meliert, den gibt es beim Stoffmarkt in vielen Farben.

Den Schnitt gibt es leider nur zum Ausdrucken im A4 Format, ich wollte mir das Ersparen und lieber plotten lassen. Ich habe also den Schnitt am Computer mit Inkscape zusammengesetzt, genauso wie ich es mit Marvins Softshelljackenschnitt gemacht habe. Und dann lag der Plot sehr lange hier. Jetzt nahte der Herbst und ich wollte mir gerne Tragejackeneinsätze nähen. Also habe ich zuerst einen für meine alte Softshelljacke genäht. Ich wusste ja noch, dass ich die wasserfesten Reißverschlüsse bei zipworld bestellt hatte und habe welche nachbestellt. Ich hatte den Einsatz schon fertig, als mir aufgefallen ist, dass die Reißverschlüsse anders sind als die die ich damals bestellt hatte und der Einsatz ließ sich nur mit Mühe in die Jacke einzippen. Marvins Jacke hatte denselben alten Reißverschluss und ich hatte noch einen langen alten hier, den ich für meine Jacke bestellt hatte. Den konnte ich dann für einen Einsatz in seine Jacke verwenden. Für meine neue Jacke, die ich ja jetzt dringend brauchte ;) hatte ich dann nur noch 2 75 cm kurze neue Reißverschlüsse. Laut Schnitt brauchte man für die Größe D, die ich mir ausgesucht hatte einen 70 cm Reißverschluss. Ich muss Jacken so um 7 cm verlängern, also habe ich direkt alles um 10 cm verlängert um den Reißverschluss nicht kürzen zu müssen, dann musste ich den kürzen Reißverschluss nehmen und habe alles wieder um 5 cm gekürzt.

Es stellte sich dann später raus, dass der Schnitt vorsieht den Reißverschluss zu kürzen. 70 cm sind also sowieso zu lang. Ich habe also nachgemessen und ein drittes mal genauso so viel verlängert wie ich musste um meinen 75 cm Reißverschluss ungekürzt verwenden zu können. Wie nervig ich das finde. Es wäre echt hilfreich wenn die tatsächlich benötigte Reißverschlusslänge beim Schnitt stehen würde, dann kann man selber entscheiden, ob man kürzen will, mehr Geld für einen passenden Reißverschluss ausgibt oder den Schnitt entsprechend verändert.

Und weil ich gerade vom Verlängern erzähle: der Schnitt beinhaltet ja auch eine Mantel Version. In dem Fall bedeutet ‚beinhaltet‘ aber, dass es Verlängerungslinien auf den Schnittteilen des Rumpfs gibt. Man muss das also selber machen, gut, so viel Aufwand ist das nicht. Die Verlängerungslinie fehlt aber auf dem Schnittteil des Kinnschutzes/Reißverschluss-Untertritts, der muss natürlich auch verlängert werden, auch wenn es nirgendwo steht. Daran habe ich gedacht. Daran die Taschenfutter zu verlängern leider nicht. Auch das steht nirgendwo und es geht auch ohne, aber ein paar cm mehr und ich hätte die unten in den Saum einnähen können.

Ich habe ein paar Mal gelesen, dass die fertige Jacke sehr viel Stoff am Rücken hat. Auf den Bildern von anderen meine ich gesehen zu haben, dass das vor allem an der Taille der Fall ist. Die Maßtabelle mit Fertigmaßen der Jacke hat das auch bestätigt. Ich habe an der Taille gut 10 cm im Umfang rausgenommen. Ansonsten ist die Jacke in Größe D genäht und an den Hüften habe ich circa 8 cm zugegeben, weil ich breite Hüften habe. Wie man das macht steht in der Anleitung. Leider wird auch da nicht erwähnt, dass wenn man die Hüften breiter macht man auch die Schnittteile für die Saumbelege entsprechend anpassen muss. Aber ich habe dran gedacht :)

Ansonsten habe ich noch die Ärmel verlängert. Dann habe ich den Kragen weggelassen und die Kapuze direkt an den Halsausschnitt angenäht. Ich benutze keine abnehmbaren Kapuzen. Ich hatte das schon bei Marvin gemacht und da musste ich nichts verändern, die Kapuze hat genau an den Ausschnitt gepasst. Hier habe ich einfach mein Glück versucht und es auch so gemacht und das hat ebenfalls funktioniert.

Es gibt ein kostenloses Add-On für die Jacke, das habe ich benutzt um die Ärmel mit Bündchen zu versehen und den Saum und die Kapuze mit einem Gummizug mit Kordel zum Feststellen. Gerade bei der Kapuze macht das viel Sinn, die wird einem sonst schnell vom Kopf geblasen. Gummikordel und Stopper sind von Buttinette.

Ich habe mir die drölf Anleitungsvideos nicht angesehen, nur den Part in dem Ina zeigt wie man die Taschen näht. Der war super, wie immer. Ansonsten kommt man aber auch mit der Kurzanleitung in der PDF klar finde ich. Vor allem, wenn es nicht die erste Jacke ist.

Ich habe alle Nähte mit einer Stichlänge von 3,5 mm abgesteppt und den Saumbeleg und den Kapuzenbeleg einmal geoverlocked und festgesteppt, statt ihn einmal umzuschlagen. Dann liegt alles flacher. Die sichtbarsten Innennähte habe ich mit gekauftem Jersey Schrägband versäubert. Das nächste Mal würde ich ich gewebtes Schrägband nehmen oder welches aus dünnem Fleece selber machen. Dann muss man nichts dehnbares an was undehnbares nähen. Die anderen Nähte sind geoverlocked.

So, ich glaube das war es an geballten Infos :) Bleibt noch zu sagen, dass die Jacke auch ohne Probeteil dankenswerter Weise passt. Die Tabelle mit den fertigen Maßen war anscheinend realitätsnah :). Und überhaupt enttäuschen pattydoo Schnitte mich eigentlich nie :) Die Videoanleitungen sind wie gesagt nicht mein Fall, vor allem bei so aufwendigen Projekten. Ein paar mehr Detailzeichnungen oder Fotos wären schön. Aber die Schnitte sind immer super!

Hier habe ich über den Einsatz geschrieben

Die Jacke ist schon im regen Einsatz, sie passt zu vielem und ich fühle mich darin sehr wohl. Das Baby auch. Ganz praktisch, dass sie wasserabweisend ist, dann kommen die Sabberflecken nicht bis zu mir durch! ;)

Das war’s von mir, habt einen schönen MeMadeMittwoch! :)

Katharina

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

28 Gedanken zu „Softshelljacke Pattydoo Susan

  1. Irene

    Sehr schön ist deine neue SoftshellJacke geworden!
    Tolle Farbe!
    Ich liebe meine auch und trage sie im Frühling und Herbst rauf und runter.
    Das mit dem Kordeleinzug an der Kapuze vermisse ich sehr. Leider kam dieses Add-On später dazu und beim Nähen hab ich nicht daran gedacht.
    GLG Irene

    Antworten
    1. Katharina Artikelautor

      Danke Irene!
      Ich glaube bei meiner ersten selbstgenähten Regenjacke habe ich den Kordelzug auch vergessen und das so bereut dass ich jetzt immer dran denke. Deine nächsten Jacken haben also bestimmt einen ;)

      Antworten
  2. Susanne

    Toll geworden und meine (gekaufte) Softshelljacke trage ich im Prinzip ganzjährig.
    Sehr amüsant fand ich, warum du auf den Musterstoff, den du lieber gehabt hättest, verzichtet hast; aber ich denke, dass du mit einer unifarbenen Jacke letztlich besser bedient bist; uni ist einfach kombifreundlicher.
    LG von Susanne

    Antworten
  3. anja

    Mir gefällt die Jacke sehr gut, vor allem das mit dem Babyeinsatz ist so genial (haha der Sabber …), den Stoff kann ich mir vorstellen, vor so einem in mint stand ich auch schon mal. Ätzend das mit dem Reißverschluss, aber na ja, der Schnitt ist ja auch relativ günstig – glaube ich. LG Anja

    Antworten
    1. Katharina Artikelautor

      Danke Anja :)
      Ja, der Schnitt ist günstig und ich habe DSS auch schon oft bei teureren Schnitten gesehen. Ich denke das ist einfach was worüber sich Designer nicht so viele Gedanken machen, wäre ja kein Akt die echte Länge anzugeben.

      Antworten
  4. Karin / Grüner Nähen

    Liebe Katharina, ich finde Deine Jacke total klasse, danke, dass Du sie so ausführlich vorgestellt hast. Ich hab mich schon ein paar Mal gefragt, ob man die Kapuze „einfach so“ annähen kann – wie schön, dass ich jetzt weiß, dass das geht. Und mir geht es bei Softshell wie Dir: Ich bin wegen der Nachhaltigkeit nicht ausgesöhnt mit dem Material, aber ich finde auch, dass es im Alltag mit Kindern und Fahrrad einfach nichts besseres gibt…sowohl für die Eltern als auch für den Nachwuchs :-) Bin gespannt, wann Du Deiner Maus das erste Softshell-Teil nähst :-) Liebe Grüße! Karin

    Antworten
  5. kuestensocke

    Wow, tolle Jacke und vor allem mit dem Trageeinsatz fürs Baby ist die Jacke der absolute Kracher! Schöne Farbe, in hell sieht doch alles gleich viel freundlicher aus und man ist in Herbst und Winter auch für andere besser zu sehen. Meine Softshelljacke hat sich beim Wandern und bei Strandspaziergängen bestens bewährt, auch wenn ich lange gebraucht habe dem Matrial Softshell eine Chance zu geben. LG Kuestensocke

    Antworten
  6. Nadine

    Deine Jacke ist toll geworden und sieht auch so ordentlich genäht aus! Die Farbwahl gefällt mir sehr. Meine Softshelljacke sind bisher auch arg bunt, weigern sich aber kaputt zu gehen. Daher liegt der Schnitt und passende Stoff in dunkellila meliert noch unangetastet hier rum. Sollte es dann endlich Mal soweit sein, dass ich eine neue Jacke brauche, lese ich mir deinen Bericht noch Mal durch. Was man da nicht alles vergessen kann! Die Videos habe ich mir bisher noch nie angesehen und würde es bei der Jacke auch nicht tun. Wahrscheinlich wird da aber auf alles hingewiesen.
    LG Nadine

    Antworten
  7. Barbara

    Liebe Katharina, danke für Deine ausführliche Schnittbesprechung, denn Softshell liegt auch bei mir bereit und die Schnittwahl ist eigentlich auch schon auf Susan gefallen. Dein wunderschönes Beispiel bestärkt mich sehr darin! Das mit dem Reißverschluss hatte ich auch schon bei anderen Schnitten- in der Anleitung steht eine Länge, mit viel Mühe besorgt man sich dann genau das, um später zu merken, daß er nicht passen kann. Ärgerlich, das muß doch nicht sein.
    Ist Dir der Softshell im Winter nicht zu kalt? Ich habe mir die Softshelljacke eher für milde Frühlingstage vorgestellt…
    LG Barbara

    Antworten
    1. Katharina Artikelautor

      Hi! :)
      Schön dass dir mein Post dann bald schon hilft!
      Ich hatte das auch schon öfter mit den Reißverschlusslängen, scheint ein öfter vorkommender Denkfehler zu sein oder so.
      Im.Winter ist mir Softshell zu kalt. Aber im Moment ist die Jacke ideal. Wenn es unter 5 ° wird greife ich aber zur Winterjacke! :)

      Antworten
  8. Sandra

    Hallöchen,

    erst einmal lieben Dank für die ausführliche Beschreibung des Schnittes und Deiner Änderungen.
    Deine Softshelljacke ist sehr gelungen und absolut alltaugstauglich.

    LG
    Sandra

    Antworten
  9. Twill & Heftstich

    Die Jacke steht Dir super, mit und ohne den Zwerg; und da sind ja auch wieder die Faultiere! Um den Schnitt schleiche ich auch schon eine Weile herum, aber durch unsere Leidenschaft für die Berge besitze ich zwei Softshelljacken, die ich aus den von Dir genannten Gründen erst auftragen will. Aber irgendwann wird es soweit sein und dann wird mir Deine ausführliche Beschreibung Mal wieder sehr weiterhelfen. Danke dafür. Liebe Grüße Manuela

    Antworten
  10. Katharina

    Liebe Katharina,
    deine Jacke sieht toll aus! Den Einsatz für die Jacke finde ich nach wie vor super klasse und musste wegen der Wasserfestigkeit sehr schmunzeln :)
    Im Frühjahr möchte ich mich dran trauen für meine Tochter eine Softshelljacke zu nähen und deine detailierte Beschreibung finde ich sehr hilfreich. Wenn es dann mit dem nächen endlich losgehen wird, weiß ich dann, wo ich nachschlagen kann :)
    LG, Katharina

    Antworten
  11. Sarah

    Oh Katharina, die ist echt toll, und wie immer eine wahnsinnig gut Besprechung des Schnittmusters. Pattydoo mag ich auch und wenn ich mir eine Softshelljacke nähen würde käme diese hier zum Einsatz… Daumen hoch, und viel Spaß beim Spazierengehen… LG Sarah

    Antworten
  12. fetzich

    Hehe, wie cool ist denn bitte dieser Einsatz? Sehr praktisch, wenn man dann nicht mehr vollgesabbert werden kann und es sieht auch wirklich süß aus, wenn ihr beide in der Jacke steckt. Sehr weise, dass du das Mehr an Stoff im Rücken rausgenommen hast, das würde ich auch tun, wenn ich sie nochmal nähen würde :) Tolles Teil!
    Viele Grüße
    Jenny

    Antworten
  13. Yvette

    Liebe Katharina,
    toll Dein selbstgenähter Sabberschutz ;-) Respekt, was Du so mit Baby noch alles gewerkelt bekommst!
    Ich lese Deine ausführlichen Posts immer sehr gerne und auch Deine Kritik an Schnitten oder Beschreibungen sind sehr hilfreich, ebenso wie die Erwähnung der fiesen Fehlerteufelchen und möglichen Fallen.
    Ich bin trotz vieler Kinder und langen Tragezeiten irgendwie ohne Tragejacken -Einsätze durchgekommen, aber bestimmt nicht so schick. Gerade erst hatte ich mir und meinem Kleinsten, der auf dem Rücken war, eine Wolldecke umgewickelt, da ich schnell nach draußen musste und ihn nicht dick anziehen wollte, damit ich ihn danach hoffentlich schlafend ins Bett verfrachten konnte.. :-)
    Sah wohl komisch aus. Aber meine Wolldecke hat sich bestimmt über den Spaziergang gefreut. :-)
    Ein wenig OT, aber ich wollte mal loswerden, dass ich es unheimlich schön finde, dass Du wirklich jeden Kommentar beantwortest. Das ist keine Selbstverständlichkeit, und es wäre überhaupt nicht schlimm, wenn Du es nicht machen würdest. Aber das macht Deinen Blog noch lesens- und liebenswerter!
    Liebe Grüße, Yvette

    Antworten
    1. Katharina Artikelautor

      Hallo Yvette!
      Vielen Dank erstmal für deinen ausführlichen und lieben Kommentar! :) Ich bin selber überrascht, dass ich am Ende des Monats immer was genäht habe. Ich schiebe das immer mal dazwischen und nähe mal eben schnell und recht unsauber. Und ich habe das Nähzimmer in dem es im Moment echt schlimm aussieht! Aber ich bin total froh das Hobby zu haben, ich kann innerhalb von Minuten entspannen und mich, wenn auch nur für kurz, etwas anderem als dem Baby widmen.
      In meiner Babygruppe gibt es Mütter die tragen jetzt weniger, weil es kalt ist. Ich denke aber auch, dass man auch ohne die Einsätze klar kommt, unter Marvins Jacke passt das Baby zum Beispiel auch so. Sieht halt nicht so hübsch aus. Eine Wolldecke ist da doch eine schöne Lösung :)
      Schön, dass du das bemerkt hast mit den Kommentaren. Ich mache das sehr gerne, aber das ist trotzdem schön zu hören :) Vielen Dank :)

      Antworten
      1. Yvette

        Schön, dass Du Dir Deine kleinen Auszeiten nimmst, das ist wichtig!
        Und ein chaotisches Nähzimmer? Das stört keinen großen Geist! ;-)
        Ich lese hin und wieder auch die zahlreichen anderen Kommentare. Es finden sich auch da Links oder Fragen, auf die Du dann wieder Antworten oder Tips hast, ein Blogpost-add-on quasi. ;-)

        Antworten